Protestwelle im Iran: Der Überlebenskampf des Regimes geht in eine kritische Phase
Als die Proteste Ghom erreichten, war die Symbolkraft nicht mehr zu übersehen. Die Stadt, etwa 150 Kilometer südlich von Teheran gelegen, ist nicht nur ein Wallfahrtsort und schiitisches Religionszentrum, sondern gilt aufgrund ihrer spirituellen Bedeutung als unantastbar. Von großen Protestwellen, ja gewaltsamen Ausbrüchen blieb Ghom lange verschont.
Bis jetzt: Junge Menschen ziehen durch die Stadt, rufen Parolen zum Sturz des Regimes und sogar nostalgische Slogans in Erinnerung an die Monarchie. Dass „Lang lebe der Schah“-Rufe bei den aktuellen Demonstrationen im Iran häufig zu hören sind, gehört zu den eher überraschenden Entwicklungen. Dass es überhaupt zu einem Ausbruch der Proteste kommt, darf hingegen nicht überraschen.
Seit rund einer Woche bevölkern Menschen quer durch die Islamische Republik die Straßen, bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften wurden mindestens sieben Personen getötet. Unmittelbarer Auslöser war der........
