Die Kunst des gekonnten Auslassens
…Und dann sagte Kurt: „Hier wird mit Aposiopese gearbeitet“. Aposio-was? Ich habe es nachgeschlagen. Die Erklärung gefiel mir besser als die Beispiele, denn sie deutete die Kunst des gekonnten Auslassens an, während die Beispiele eher umständliche Ausweichmanöver anboten. Ich sang „Aposiopeeese, Aposiopeeese…“ nach der Melodie des Walkürentanzes und dachte, es ist eigentlich viel mehr, als all die „Zwischen Wissen und Sagen-dürfen oder wollen“ und „Nicht formulieren können“. Die dürftigen Beispiele hatten weder die Leichtigkeit noch das Spiel noch die philosophische Idee, die ich mir dahinter andichtete.
Das Schweigen einfach stehen lassen. Ist das Schweigen eine Lücke (oder Lüge?) oder ist es mit dem Ungesagten vollgestopft und ist kurz vor dem Bersten? Ich würde das Schweigen schweben lassen.
Neulich war ich © Die Kolumnisten
