Kai Wegner und seine Lügen: Es geht um die Grundpfeiler der Demokratie
Beim großen Hoffest des Regierenden Bürgermeisters gab es am Dienstagabend kaum ein anderes Thema. Schon wieder ein Bericht über Kai Wegners Tennisvormittag. Schon wieder hat Wegner nicht die ganze Wahrheit gesagt. Konsternierte CDU-Abgeordnete, verzweifelte Senatsmitglieder, wütende Vertraute und das Gefühl: Wann ist es denn endlich mal gut mit dieser unsäglichen Affäre rund um einen Stromausfall, der inzwischen Monate zurückliegt?
Es ist ein Gefühl, das viele Menschen in dieser Stadt umtreibt. Eine Art ernüchterte Müdigkeit macht sich breit. Nicht selten auch ergänzt um die Frage, ob wir als Medien in diesem Fall nicht eine „Kampagne“ gegen den Regierenden Bürgermeister betreiben. Soll er eine Stunde Tennis spielen, für die „kommunikativen Fehler“ hat er sich doch entschuldigt.
Dabei geht es in dieser Affäre weder um eine Stunde Tennis noch darum, ob Wegner am Morgen des Stromausfalls einfach mal ausschlafen wollte oder mit der Familie frühstücken. Es geht um die Grundpfeiler unserer Demokratie.
Anke Myrrhe ist Stellvertretende Chefredakteurin und Autorin des Berlin-Newsletters „Checkpoint“. Sie meint: Die Verwahrlosung der Stadt findet ihre Entsprechung in der Verwahrlosung der politischen Sitten.
Es geht darum, dass Amtsträger und öffentliche Stellen in einer rechtsstaatlichen Demokratie zu Wahrheit verpflichtet sind. Zutreffende Angaben aus der Regierung bilden die Grundlage für informierte Wahlentscheidungen der Bürger.........
