AfD-Politiker in Talkshows von Jauch bis Miosga: Wie soll man mit Rechten reden?
Vor mehr als zehn Jahren war Björn Höcke, heute der Landesvorsitzende der AfD in Thüringen, einmal in eine Talkshow der ARD eingeladen. Bei Günther Jauch hängte er eine Deutschlandfahne über seinen Sessel, und der Moderator wusste nicht recht, wie er damit umgehen soll.
Wie sollte er diesen Höcke unter diesen Umständen als Rechtsextremen entlarven? Es war ja die Fahne der Bundesrepublik, kein Nazisymbol. Sollte er sie ihm vielleicht wegnehmen wie so ein Antideutscher? Oder sollte er die Nationalhymne anstimmen, um zu testen, welche Strophe Höcke singen würde? Egal, wie er als Moderator reagieren würde, es war Mist. Also tat er nichts. Auch Mist.
Das Dilemma, das in der Sendung angelegt war, existiert bis heute: Es gibt keinen guten fernsehjournalistischen Umgang mit der AfD, der nicht auch schlecht ist.
Lädst du sie ein, wird sie das wie eine normale Partei erscheinen lassen. Lädst du sie grundsätzlich nicht ein, wird die Partei das ebenfalls für sich verwenden. Argumentiert ein AfD-Gast allein gegen eine Mehrheit, wird er das zum Herumopfern nutzen. Ist der Talk mit mehreren seines Schlags besetzt, wird die Diskussion von einer extremen Minderheit dominiert.
Lässt du AfD-Leute einfach reden, wird der nachgeschobene Faktencheck, den allerdings eh kaum jemand wahrnimmt, sehr lang werden. Gehst du auf Konfrontation, bist du die bissige Medienfresse, die an Argumenten nicht interessiert ist. Sprichst du mit ihnen über ihre eigenen Themen, haben sie schon gewonnen, weil die Präsenz ihrer Themen ihr Pfund ist. Sprichst du mit ihnen über andere Themen,........
