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Collien Fernandes: Was die Politik aus dem Fall Ulmen lernen will

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22.03.2026

Collien Fernandes hat ihr Schweigen gebrochen. Die Schauspielerin, die jahrelang Opfer von Fake-Profilen, Deepfake-Pornografie und Identitätsdiebstahl war, benannte ihren mutmaßlichen Peiniger: ihren Ex-Mann Christian Ulmen. „Virtuelle Vergewaltigung“ nennt sie das, was ihr angetan wurde. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung, seine Anwälte haben bereits Klage gegen den Spiegel eingereicht.

Hunderttausende Menschen reagierten auf ihren Instagram-Post. Prominente solidarisierten sich, darunter die Komikerin Carolin Kebekus, aber auch Politiker wie Ricarda Lang (Grüne) und Kevin Kühnert (SPD).

Die Berliner Zeitung hat alle Bundestagsfraktionen gefragt, was sie aus dem Fall Fernandes politisch ableiten. SPD, AfD, Die Linke und die Union haben geantwortet. Die Grünen haben sich bis zur Frist nicht geäußert, obwohl sie öffentlich bereits einen Gesetzesentwurf für die nächste Sitzungswoche fordern.

Doch hinter der Solidaritätswelle verbirgt sich eine unbequeme Wahrheit. Fernandes Anwältin riet ihr, in Spanien Anzeige zu erstatten und nicht in Deutschland. Die spanische Justiz ist bei voyeuristischen Aufnahmen und KI-generierten Inhalten weiter. In Deutschland dagegen klagen Betroffene über Strafbarkeitslücken, überforderte Behörden und Ermittlungsverfahren, die regelmäßig ins Leere laufen.

Was ist eigentlich strafbar und was nicht?

Bevor man über neue Gesetze spricht, lohnt ein Blick auf das, was bereits gilt. Anne-Mieke Bremer von der Linke-Fraktion erklärt auf Nachfrage der Berliner Zeitung, dass Identitätsdiebstahl schon heute strafbar sein kann – etwa nach dem Bundesdatenschutzgesetz oder den Paragrafen zu Computerbetrug, Datenfälschung und Verleumdung im Strafgesetzbuch. Das klingt nach einer robusten Rechtslage. Warum also laufen so viele Verfahren ins Leere?

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„Das Strafrecht nützt nichts, wenn die Betroffenen nicht wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn ihnen bei der Polizei nicht zugehört, wenn nicht ermittelt wird und wenn Beratungsstellen keine Kapazitäten haben“, sagt Bremer der Berliner Zeitung. Das Problem liegt oft nicht am Gesetz, sondern in seiner........

© Berliner Zeitung