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25 Jahre 9/11: Der Tag, der die Sicherheit über die Freiheit stellte

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11.09.2026

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25 Jahre 9/11: Der Tag, der die Sicherheit über die Freiheit stellte

10. September 2026 | Olaf Hürtgen

Die islamistischen Anschläge vom 11. September 2001 veränderten Kriege, Geheimdienste und unseren Alltag. Sie machten den Westen sicherer – aber nicht immer stärker.

Als das zweite Flugzeug um 9:03 Uhr plus 11 Sekunden in den Südturm des World Trade Centers raste, war aus einem vermeintlichen Unglück eine Kriegserklärung geworden: Amerika wurde angegriffen. Weniger als zwei Stunden später waren die Zwillingstürme verschwunden, das Pentagon stand in Flammen, ein viertes entführtes Flugzeug lag auf einem Feld in Pennsylvania. 2.996 Menschen wurden getötet, über 6000 Menschen verwundet und Milliarden Menschen sahen zu.

Der 11. September 2001 war mehr als ein Terroranschlag. Er war der Augenblick, in dem Sicherheitspolitik global wurde. Innen- und Außenpolitik, Krieg und Strafverfolgung, Polizei und Geheimdienste ließen sich fortan kaum noch voneinander trennen. Ein Attentat, seit 1996 geplant in Afghanistan, vorbereitet auch in Hamburg und ausgeführt mit amerikanischen Passagierflugzeugen, hatte gezeigt, dass eine kleine Gruppe ohne Panzer, Raketen oder eigenes Staatsgebiet eine Supermacht ins Mark treffen konnte. Und mehr noch: den Westen.

Die Antwort darauf prägt die Welt bis heute. Sie hat viele weitere Anschläge verhindert, aber auch Kriege entfesselt, Freiheitsrechte beschnitten und dem Westen einen Teil seiner moralischen Autorität gekostet. Aber auch Wehrhaftigkeit zurückgegeben.

Wenn Terror zum Krieg wird

Die erste große Veränderung war sprachlicher und strategischer Art: Terrorismus galt nicht länger hauptsächlich als Verbrechen, sondern als Krieg. Präsident George W. Bush rief den „War on Terror“ aus – einen Krieg gegen keinen klar umrissenen Staat und ohne definierten Endpunkt.

Damit entstand ein neues sicherheitspolitisches Paradigma. Staaten konnten nun militärisch gegen Netzwerke, Ausbildungslager und Rückzugsräume nichtstaatlicher Akteure vorgehen. Der Gegner trug keine Uniform, versteckte sich unter Zivilisten und operierte über Grenzen hinweg. Spezialkräfte und gezielte Tötungen wurden zu zentralen Instrumenten. Aus dem klassischen Schlachtfeld wurde ein weltweites Jagdgebiet. Und übrigens entwickelten im Jahr dieses Anschlags, zwischen Februar und Herbst, die USA die Drohne Predator erstmals erfolgreich mit einer Hellfire-Panzerabwehrrakete.

Über die Wehrindustrie hinaus herrschte zunächst nahezu vollständige Einigkeit. Die Nato erklärte nach den Anschlägen erstmals – und bis heute nur dieses eine Mal – den Bündnisfall nach Artikel 5: Der Angriff auf die Vereinigten Staaten wurde als Angriff auf alle Verbündeten behandelt. Kurz darauf begann der Krieg in Afghanistan. Hunderttausende Soldaten aus den USA, Europa und Kanada wurden dort eingesetzt. Die Nato wandelte sich dabei von einem Bündnis zur Verteidigung des eigenen Territoriums zu einem Akteur weit außerhalb ihres traditionellen Gebiets.

Der rasche Sturz der Taliban in Kabul erschien zunächst als Erfolg. Doch aus der Terroristenjagd wurde der Versuch, einen Staat neu aufzubauen. Zwanzig Jahre später verließen die westlichen Truppen Afghanistan; die Taliban kehrten an die Macht zurück. Die militärische Bilanz blieb widersprüchlich: Al-Qaida verlor ihre Basis und Osama bin Laden wurde getötet. Das politische Ziel eines stabilen, demokratischen Afghanistan aber wurde verfehlt. Und auch Al-Qaida ist nicht verschwunden,........

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