menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Die Frettchenfrage

30 0
17.03.2026

E s war bei seinem Geburtstagsessen vor wenigen Tagen, als mein Vater eine unerwartete Frage stellte. „Wie findest du Timothée Chalamet?“ Das klang, als würde eine Person aus dem 18. Jahrhundert die Worte „twink aesthetic“ oder ein Kleinkind „performative male“ sagen, so fremd war das.

Chalamet, der 30-jährige Franko-Amerikaner, der wegen seiner spitzen, nagetierartigen Gesichtszüge als „hot rodent man“ gilt, ist nicht mehr nur Schauspieler, sondern zu einer regelrechten Projektionsfläche geworden. Um die Frettchenfrage – ja, ja, Frettchen sind keine Nagetiere –, wie man es mit Timothée Chalamet hält, kommt also wohl nicht mal mehr mein bis vor Kurzem smartphoneloser Vater rum, der zudem keinen einzigen seiner Filme kennt.

Vor wenigen Jahren noch war Timothée einer der unumstrittenen Schönlinge des Internets, auch wenn sich mir das nie ganz erschlossen hat. Sein Durchbruch war das queere Drama „Call Me By........

© taz.de