Wär doch cool, wenn Deutschland Demokratie könnte
t az: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?
Friedrich Küppersbusch: Merz hält die Rede eines Oppositionsführers gegen eine Kanzlerin, diesmal – Weidel.
taz: Und was wird besser in dieser?
Küppersbusch: Irgendjemand erklärt es ihm.
taz: Journalist*innen versuchen, die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt zu erklären. Was steckt Ihrer Meinung nach dahinter – purer Rassismus, wirtschaftliche Sorgen oder Trotz?
Küppersbusch: Gut, dass ihr mich fragt; ich bin ja Nostradamus. Vielleicht auch mal ein heiterer Aspekt: Wenn ich mir für ein Drehbuch einen Designernazi ausdenke, der dann aber auch gleich „Siegmund“ heißt und bis neulich beruflich „Duftmarketing für Unternehmen“ feilbot, wäre es klar Comedy. Siegmund bedampft seinen völkischen Schlamm mit eitel Scheitel und penetrantem Kumpelvanille. Nebenan in Meckpomm ist eine sich sorgenschwer kümmernde Landesmutter mit entgegengesetztem Programm fast genauso erfolgreich. Kurz: Der Wählerwille ist, oberhalb eines Suds von gefestigt rechtsextremen Haltungen, durchaus zu bewegen – von einem überzeugenden Personalangebot. Noch zumal, wenn immer der kindliche, vordemokratische Wunsch nach einer richtig netten Autorität mitschwingt. Erstaunt schauen........
