Warum in Würzburg ein Bischof hinter der Theke arbeitet
Zum Abschied muss sich „Franz“ kräftig drücken lassen und Glückwünsche entgegennehmen. „Gratuliere zur Laufzeit, da sind wir schon stolz auf dich“, sagt der Mann an der Tür und legt ihm noch einmal beide Arme auf die Schulter, bevor er hinausgeht. Franz heißt mit Nachnamen Jung und ist Bischof von Würzburg. Vor ein paar Tagen war er beim Residenzlauf in der Stadt für das Caritas-Team dabei und hat dabei eine ordentliche Zeit erreicht. Und stolz darauf ist ein Besucher der Bahnhofsmission, den „Franz“ gerade mit einem Wurstbrot und einer Tasse Tee versorgt hat.
Bischof ist einer von 45 Ehrenamtlichen
Dort bedient der Bischof regelmäßig eine Nachmittagsschicht. Seit sieben Jahren wischt er Tische ab, holt an Imbissständen Lebensmittelspenden ab, belegt Brötchen, hört sich an, wenn sich ein Besucher über den zu heißen Tee beschwert oder setzt sich an einen Tisch, wenn jemand die eigene Lebensgeschichte erzählen oder einfach plaudern will.
„Für die Menschen, die zu uns kommen, ist das eine große Anerkennung, wenn sich ein Würdenträger nicht zu schade ist, etwas für sie zu tun“, sagt Johanna Anken. Sie leitet die Einrichtung am Würzburger Hauptbahnhof, in die Menschen kommen, „die ganz oft Ausgrenzung erfahren und auf die herabgeblickt wird“.
„Für die Menschen, die zu uns kommen, ist das eine große Anerkennung, wenn sich ein Würdenträger nicht zu schade ist, etwas für sie zu tun.“
„Für die Menschen, die zu uns........
