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Eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung: Katja Früh verpackt düsteres Thema mit heiteren Szenen

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29.03.2026

„Vielleicht lernen wir ja heute, wie das mit der Liebe so geht“, begrüßte Bürgermeister Manfred Ossola die Autorin Katja Früh mit Augenzwinkern auf deren Buch "Vielleicht ist die Liebe so", das sie im Trauzimmer des Aacher Rathauses den Zuhörern vorstellte.

Autorin wagt sich an Königsdisziplin

Katja Früh, 1953 in Zürich als Tochter eines Schweizer Regisseurs und einer Wiener Schauspielerin geboren, trat beruflich in die Fußstapfen ihrer Eltern. Sie inszenierte am Schauspielhaus Zürich, führte Regie und schrieb Drehbücher für Radio und Fernsehen. Erst in fortgeschrittenem Alter, als sie die Zeit und die Muße dafür hatte, wagte sie sich „an die Königsdisziplin“, wie sie sagt, und so erschien im vergangenen Jahr ihr erster, halbautobiografischer Roman.

Mutter und Tochter haben ein angespanntes Verhältnis

Der Roman erzählt von Anja, die von ihrer egozentrischen Mutter gebeten wird, sich den Termin 18. Februar 16 Uhr in den Kalender einzutragen. Diesen Termin hat die Mutter nämlich für ihr assistiertes Ableben vorgesehen, und die Tochter sollte doch da bitte anwesend sein. Obwohl die Beziehung zu ihrer narzisstischen Mutter immer schon sehr schwierig war, stürzt dieser Wunsch Anja in eine tiefe Krise, da sie immer noch darauf hofft, bei ihrer Mutter die Anerkennung zu finden, die sie immer vermisst hat.

Trotz dieser eher düsteren Thematik löste die Lesung immer wieder große Heiterkeit bei den Zuhörern aus. Etwa als Mutter und Tochter im Modegeschäft auf der Suche nach einem schönen Kleid für die Mutter für den Sarg sind, und die Mutter die Verkäuferin darauf hinweist, dass die Größe egal wäre und das Kleid hinten auch offen sein könne.

„Die vorgetragenen Passagen machen große Lust, das ganze Buch zu lesen“, meinte die Gemeinderätin Heike Hanenberg zur Freude der Autorin, und Bürgermeister Ossola meinte schmunzelnd: „vielleicht war ja das die Absicht“. Mit einem Apéro endete ein weiterer sehr gelungener Abend im Rahmen der grenzüberschreitenden Erzählzeit.

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