Der Verein „Hauptstadt lacht“, bringt Menschen das Lachen bei
In einem grauen Mehrfamilienhaus in Berlin-Köpenick, das an diesem Freitagvormittag fast ein wenig verlassen wirkt, liegt im Erdgeschoss der Kiezclub Allende. Die bunten Abdeckungen der französischen Balkone setzen zwar kleine Farbtupfer in die Fassade – aber der Gesamteindruck bleibt: unscheinbar, ruhig, Alltag. Nichts deutet darauf hin, dass in dem Kulturzentrum gleich etwas passiert, das diese Stille mühelos sprengt.
Bereits im Flur ändert sich das: aus der offenen Tür des Gymnastikraums dringt ein helles Glucksen nach draußen, dann ein prustendes Lachen, dazwischen Stimmen, als hätten sie beschlossen, den Freitagvormittag nicht allzu ernst zu nehmen. Es ist Viertel vor elf, und im Kiezclub ist die Heiterkeit längst in Gang. Gleich wird sie noch anschwellen – denn hier trifft sich jeden zweiten und vierten Freitag im Monat einer der Lachtreffs des Vereins „Hauptstadt lacht e. V.“.
„Ho, ho! Ha, ha, ha!“, lacht Trainerin Heidelore Geitner und klatscht dabei in die Hände. Um sie stehen 15 Teilnehmende, die zögernd anfangen, mitzuklatschen. Zweimal langsam: „Ho, ho!“ Dreimal schnell: „Ha, ha, ha!“. Einige aus der Gruppe sind regelmäßig dabei, wie das Ehepaar Gaby und Klaus aus Köpenick oder die 93-jährige Ursula; die Studentinnen Rabea und Emma sind zum ersten Mal hier. Viel Zeit zum Nachdenken, wie es ist, vor anderen Menschen laut zu lachen, bleibt niemandem. Denn Trainerin Heidelore macht munter weiter, zweimal langsam: „Ho, ho!“, dann dreimal schnell: „Ha,ha,ha!“, bis das Klatschen sicherer, die Stimmen lauter – und aus anfänglichem Mitmachen echtes Lachen wird.........
