Gastbeitrag Bundeskanzler Merz: Er dachte das Scheitern mit, weil er an das Gelingen glaubte
Der Historiker Arnulf Baring überschrieb eines seiner Bücher über die frühen Jahre der Bundesrepublik mit „Im Anfang war Adenauer“. Ein Satz, der versucht zusammenzufassen, welche richtungsgebende Rolle der erste Bundeskanzler für unser Land eingenommen hat. Ohne Konrad Adenauer wäre Deutschland nicht, was es heute ist. Vor 150 Jahren wurde er in Köln geboren, am 5. Januar 1876.
Doch im Jahr 1949 war es alles andere als ein Selbstläufer, dass der „Alte aus Rhöndorf“ überhaupt Bundeskanzler wurde. Es war alles andere als selbstverständlich, dass er den Kurs unseres Landes für die kommenden Jahrzehnte prägen würde. Dass es so kam, war ein Musterbeispiel für Adenauers taktisches Geschick. Nachdem die CDU die Bundestagswahl denkbar knapp gewonnen hatte, lud er politische Schwergewichte von Ludwig Erhard bis Franz Josef Strauß in sein Rhöndorfer Wohnhaus am „Faulen Berg“ ein. Auf feinem Porzellan gab es alles an Köstlichkeiten, was zu jener Zeit aufzutreiben war, dazu guten Wein. Die Dramaturgie dieses Treffen lenkte Adenauer dann geschickt zur Kanzlerfrage. Gefragt nach seiner Gesundheit, antwortete er, er habe mit seinem Arzt gesprochen. Dieser habe gesagt, dass der Amtsausübung für „ein bis zwei Jährchen“ aus medizinischer Sicht nichts entgegenstehe. Es wurden 14 Jahre daraus. 14 bedeutende Jahre für unser........
