Erinnern heißt auch erklären
Um es vorwegzunehmen: Eine Gedenkstätte für die Opfer der RAF sollte auch aus der Perspektive der radikalen Linken Unterstützung finden. Wenn Angehörige, die ihren Vater, ihren Ehepartner oder einen anderen nahestehenden Menschen verloren haben, einen Ort der Trauer benötigen, dann sollten sie einen solchen erhalten.
Doch schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Debatte um eine solche Gedenkstätte politisch aufgeladen ist. Noch immer geht es dabei um eine politische Abrechnung. Bezeichnend ist, dass die Initiative für einen zentralen Gedenkort aus dem tiefschwarzen Bayern stammt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte, »dieses dunkle, blutige Kapitel der deutschen Geschichte« sei noch nicht ausreichend aufgearbeitet und die Opfer bislang nicht angemessen gewürdigt worden. Wenn es in der Debatte aber ausschließlich um die Verurteilung der RAF geht, während die politischen und gesellschaftlichen Konflikte ihrer Entstehungszeit ausgeblendet bleiben, dann liegt die........
