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Er hat Traditionen neu gedeutet

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18.05.2026

18. Mai 2026 – 2. Siwan 5786

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Er hat Traditionen neu gedeutet

Pavel Feinstein ist tot. Der Maler und Zeichner starb nach kurzer, schwerer Krankheit

 18.05.2026 12:57 Uhr

2020 erschien Pavel Feinsteins Roman Krokodilopolis. In dem Buch beschreibt er das letzte Kapitel als eines, »in dem der Kreis sich schließt und der Verfasser vorläufig seine Ruhe findet«. Dieser Satz passt irgendwie zu der Nachricht, die sich am Sonntag in seinem Freundeskreis verbreitete: Der Maler, Zeichner und Autor ist verstorben, er erlag in Berlin einer kurzen, schweren Krankheit.

Feinstein, Jahrgang 1960, wurde in Moskau geboren. Er wuchs in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, auf und besuchte dort die Kunstfachschule. Nach seiner Übersiedlung nach Deutschland im Jahr 1980 setzte er sein Studium an der Hochschule der Künste in Berlin fort. Seine erste Einzelausstellung fand 1986 statt. Zahlreiche weitere Ausstellungen seiner Stillleben, Akte und Porträts folgten.

Die »Zeit« nannte ihn einmal den »neuen Altmeister« und schrieb über seine Bilder: »Es ist vor allem das Gespenstische, das Tragische an Feinsteins Bildwelt, das Gefangensein im ewigen Kreisen um Schuld und Sühne, das diesen Werken Eindringlichkeit verleiht.« Feinstein schaffe schwindelerregende Bilderwelten und nähere sich burlesken Motiven mit altmeisterlicher Technik.

Meisterhafte Stillleben

Seine Arbeiten künstlerisch eindeutig zu verorten, dürfte schwerfallen. Die einen erkannten in seinen Werken eine Orientierung an niederländischen und spanischen Vorbildern des 17. und 18. Jahrhunderts, andere sahen Einflüsse des russischen Realismus oder Anklänge an die Kunst des französischen Malers Paul Cézanne.

In einem Vorwort zu einer Ausstellung hieß es 2012: »Pavel Feinsteins Malerei fasziniert, irritiert und........

© Juedische Allgemeine