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„Ich bin stolz! Sehr stolz“

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10.06.2026

10. Juni 2026 – 25. Siwan 5786

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»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich zunächst einmal sehr bedanken für diesen Preis. Ich erspare Ihnen die Aufzählung all derer, ohne die ich diesen Preis niemals … und so weiter … Die Betroffenen wissen Bescheid.

Ich bin stolz! Sehr stolz.

Ich habe schon ein paar Preise bekommen, aber dieser heute ist der, der mich am stolzesten macht. Und ich habe schon die Morenhovener Lupe bekommen und die Krefelder Krähe und die Bocholter Pepperoni und den Blauen Panther. Und ich glaube, der einzige Grund, warum ich noch nicht Preisträger der Baden-Badener Bakterie bin, ist, weil es diesen Preis noch nicht gibt, aber das ist nur eine Frage der Zeit.

Aber dieser Preis hier ist etwas Besonderes. Weil er mir nicht als Komiker verliehen wird, sondern als Mensch, für meine Haltung, gegen Intoleranz, gegen Radikalismus, gegen Antisemitismus.

Und es ist ein bisschen gruselig, dass man in Deutschland einen Preis dafür bekommt, dass man als Künstler KEIN Antisemit ist … Und gerade hier in Berlin erscheint einem Antisemitismus in der Kultur manchmal als folkloristische Eigenart… es ist grauenhaft.

»Selbst ernannte progressive Linke haben offenbar das völkische Denken gelernt. Das ist alles so absurd«

Der Kabarettist Dieter Nuhr über den Erhalt des Leo-Baeck-Preises, Solidarität mit Israel und Kritik an seiner Person

Ich war 1986 das erste Mal in Israel. Ich habe mich damals verliebt in das Land, und übrigens nicht nur in das Land, sondern auch in eine jemenitische Jüdin. Deren Vater allerdings eher mäßig begeistert war. Und ihr erklärte, dass er sie erschießen würde, wenn sie mit einem Deutschen ankommt.

Es war eine kurze Beziehung … Egal.

Uns Deutschen wurde damals in Israel nicht selten ungefragt das Handgelenk mit der KZ-Nummer zur Ansicht hingehalten. Und dann mussten wir uns irgendwie erklären. Was mir schwerfiel. Was sollte ich sagen? Was wäre da angemessen gewesen? Ich weiß es bis heute nicht.

Wir waren damals hippiemäßig drauf. Und Israel auch. Es war wunderbar, mit Leuten aus aller Herren Länder im Kibbuz mit Blick auf den See Genezareth zu........

© Juedische Allgemeine