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Wie eine Sintiza die Nazizeit überlebte und ihre Heiterkeit rettete

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15.07.2026

15. Juli 2026 – 1. Aw 5786

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Wie eine Sintiza die Nazizeit überlebte und ihre Heiterkeit rettete

Frieda Daniels ist Hochseilartistin. Sie floh als Sintiza vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Als 93-jährige Zeitzeugin war sie nun in Heidelberg zu Gast. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte

Wenn der Krieg noch länger gedauert hätte, wäre sie »weg vom Fenster« gewesen. »Pfutsch«, sagt Frieda Daniels. Die 93-Jährige ist den weiten Weg von Kalifornien nach Heidelberg gekommen, um den Menschen im Großen Rathaussaal ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Organisiert wurde das Treffen vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma gemeinsam mit der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität sowie der Stadt Heidelberg.

Frida erlebte als Kind die Herrschaft der Nationalsozialisten. Sie ist Sintiza, Angehörige der Sinti, die im Zweiten Weltkrieg verfolgt wurden. Insgesamt fielen geschätzte 500.000 Sinti und Roma dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer. Die Familie Lemoine, Friedas Eltern und ihre zehn Geschwister, überleben.

»Wir hatten ein Riesenglück«, sagt die zierliche Frau im schwarz-weiß-gestreiften Kleid und mit dem schwarzen Haarband. Sie lacht fortwährend und entschuldigt sich, dass sie die Fragen nicht gleich verstehe, das Gehör. Das sei aber auch das Einzige, was nicht mehr gut sei, und sie rät, als sie gefragt wird, wie sie so alt geworden sei: »No pills - never ever, keine Pillen!«

Immer wieder streut sie englische Wörter ein, denn ihr Leben hat sich ab Mitte der 1950er Jahre in den USA abgespielt. In Köln hatte sie einen Soldaten kennengelernt, den sie später wiedertrifft - in Hollywood. Dort lebte schon eine Schwester von Frieda. Zu der war sie gezogen - und diese hatte den Kontakt zu dem Mann, der dann Friedas Ehemann und Vater ihrer fünf gemeinsamen Kinder werden sollte. Drei Töchter sitzen an diesem Abend in Heidelberg im Publikum, zwei von ihnen leben in Deutschland.

Artistin schon als Kind

Hinter Frieda werden........

© Juedische Allgemeine