Kampf um eine schwarze Puppe
23. Juli 2026 – 9. Aw 5786
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Kampf um eine schwarze Puppe
Kampf um eine schwarze Puppe
Erinnerungen an einen gar nicht idyllischen Sommerurlaub in Österreich in den 60er-Jahren
Die Sommer der Kindheit und Jugend. »Jung sein, voller Kraft sein, eine Reihe leuchtender Tage – das kommt nie wieder.« Tucholskys Rheinsberg-Feeling vermischt sich gern mit Erinnerungen an Eiskugeln für 30 Pfennig, Planschen im kalten Bergsee und Himbeeren futtern, deren Saft auf die helle Bluse kleckert. Sommerreminiszenzen enden allerdings oft in Seufzern einer idealisierenden Gefühligkeit. Deshalb sei diese Geschichte erzählt.
Im August 1964 bin ich sechs Jahre alt. Unsere Familie wartet an einer Sesselbahnstation in Kärnten. Fest in meinem Arm ruht Jeanette, weich, aus Gummi, meine konkurrenzlose Lieblingspuppe. Heute würden wir sie PoC nennen, ihre Haut war eher dunkel.
Hinter uns unterhält sich eine Familie, Vater, Mutter und zwei Söhne, auf Amerikanisch. Wir Mädchen verstehen kein Wort und finden die Sprache cool. Ob sie uns verstehen? Wir rücken in der Schlange vor.
Der Sesselbahnangestellte griff nach Jeanette, meiner Lieblingspuppe. Normalerweise brav, konnte ich im Notfall ein halbes Bergdorf zusammen schreien.
Der Sesselbahnangestellte griff nach Jeanette, meiner Lieblingspuppe. Normalerweise brav, konnte ich im Notfall ein halbes Bergdorf zusammen schreien.
Der Sesselbahnangestellte, ein zäher, älterer Mann, hält Stange........
