Mond-Missionen: Die Verletzlichkeit unseres Planeten
Mond-Missionen: Die Verletzlichkeit unseres Planeten
Stand: 24.04.2026, 14:47 Uhr
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Zwischen den Fotos der Mond-Missionen liegen 50 Jahre und dramatische Veränderungen auf der Erde.
Am 7. Dezember 1972 entstand eines der berühmtesten Fotos. Das Bild war das erste, dass die Erde aus dem Weltraum zeigte – und wurde unter dem Namen „Blue Marble“ bekannt. Es ist ein unvergessliches, ikonisches Bild der Schönheit und der Verletzlichkeit unseres Planeten – der in der Weite des Universums treibt, in dem wir bislang keine weiteren Anzeichen von Leben entdecken konnten.
„Ich sage euch“, sagte damals der fotografierende Astronaut Harrison Schmitt, als die Apollo 17 auf den Mond zuraste, „wenn es jemals ein zerbrechlich wirkendes Stück Blau im Weltraum gab, dann ist es gerade jetzt die Erde.“
Im April 2026, mehr als 50 Jahre später, schoss Artemis II-Kommandant Reid Wiseman ein ähnliches Foto und gab ihm den Namen „Hello World“. Diesmal war die Crew auf dem Weg zur Rückseite des Mondes. Auch da gibt es kein Leben, kein Wasser und streng genommen überhaupt nichts, was für die Menschen auf der Erde wirklich relevant ist. Immerhin: So weit weg war noch nie ein Mensch zuvor.
Zwischen den Fotos liegen ein halbes Jahrhundert und dramatische Veränderungen auf der Erde. Wir haben unseren Planeten massiv umgestaltet, besonders in den letzten 50 Jahren. Urbanisierung, Entwaldung, Landwirtschaft und Umweltverschmutzung verändern das Aussehen der Erde. Das sieht man nicht nur, wenn man beide Fotos vergleicht, sondern besonders dann, wenn man ein paar Zahlen betrachtet.
Seit 1972 hat sich die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt. Von 3,8 auf 8,2 Milliarden Menschen. Für unseren Hunger nach Rohstoffen, Verkehrs-, Siedlungs- und Agrarflächen haben wir die Regenwaldfläche halbiert. Heute gibt es 73 Prozent weniger Wirbeltiere und 80 Prozent weniger Insekten als noch 1972. Weil natürliche Wälder zerstört, Tierbestände dezimiert und immer mehr Kohle und Gas verbrannt wurden, hat sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre um mehr als 30 Prozent erhöht.
Aber es gibt auch gute Nachrichten. 1972 gab es höchstens noch 2.000 Blauwale; heute hat sich ihre Zahl auf 10.000 bis 25.000 erholt. Im gleichen Zeitraum ist die Fläche der Schutzgebiete an Land von vier auf 23 Millionen Quadratkilometer angestiegen. Bei uns haben sich die Bestände von Tieren, die 1972 fast ganz aus Deutschland verschwunden waren, wie die von Bibern, Luchsen oder Wölfen, deutlich erholt.
Unsere Erde hat wie alles, was rund ist, keinen Anfang und kein Ende. Sie ist deswegen aber keineswegs unendlich. Wenn wir das verinnerlichten, würden wir mehr Moore wieder vernässen und Forstplantagen zu naturnahen Wäldern umbauen. Wir würden, wie versprochen, 30 Prozent unserer Meeres- und Landfläche unter Naturschutz stellen und so dafür sorgen, dass wieder mehr Ökosystemleistungen für uns alle bereitgestellt würden.
Damit würden Lebensmittelpreise fallen, weil unsere Meere fischreicher wären und weil mehr Bestäuber, fruchtbarere Böden und ein intakter Wasserhaushalt zu höheren Ernten und weniger Ernteausfällen führten. Unser Gesundheitssystem würde entlastet, weil weniger Menschen krank und Kranke schneller gesund würden. So denkt man (nicht nur) an die Wirtschaft.
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