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Schriftsteller Franzobel: Ist das Leben noch finanzierbar?

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04.04.2026

Das unbedarfte Leben wurde einkassiert.

Ich habe es immer als Luxus empfunden, nicht auf Preise zu achten, keine Werbezettel zu studieren, mich nicht darum zu scheren, ob die Milch gerade 89 oder 139 Cent kostet. Vielleicht eine Reaktion auf die Sparfuchsmentalität meiner Eltern, die Sonderangebote palettenweise nach Hause karrten. So etwas habe ich mir immer erspart, darum ist in der Welt des Besitzes auch nichts aus mir geworden. Aber sogar ich habe gezuckt, als der Biobäcker für einen Laib Brot acht Euro wollte. Essengehen kostet beim Asiaten trotz Mittagsmenü mittlerweile dreißig Euro, und der Supermarkt erleichtert mich regelmäßig um einen Hunderter.


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