menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Wie Deutschland sein Pensionssystem retten will

23 0
25.06.2026

Unsere lieben deutschen Nachbar:innen haben etwas getan, von dem wir uns eventuell etwas abschauen könnten – daher heute ausnahmsweise ein Blick über die Grenze. Diesen Dienstag hat in Berlin die von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) eingesetzte „Alterssicherungskommission“ ihren Bericht übergeben, wie sie das deutsche Pensionssystem – die Deutschen sprechen, lustig wie sie sind, eher von „Renten“ – stabilisieren würde.

Für dich interessant: Junge Wissenschaftler:innen in der Joblotterie

33 Empfehlungen auf 79 Seiten – hier lang zum ganzen Dokument –, erarbeitet von 13 weisungsfreien Fachleuten unter dem Vorsitz von Constanze Janda und Frank-Jürgen Weise. Das ist auch für uns hier in Österreich sehr spannend; weil die Probleme, die diese Kommission lösen soll, trotz einiger systematischer Unterschiede bei uns ziemlich dieselben sind. Und weil die Antworten, die die Kommission vorschlägt, ein Vorgeschmack sein könnten, was auch bei uns passieren sollte.

Fangen wir mit der Diagnose an, die Stammleser:innen dieses Newsletters schon bekannt vorkommen dürfte. In Deutschland steigt der „Altenquotient“ – die Zahl der über 67-Jährigen je 100 Menschen im Erwerbsalter (20 bis 66) – von zuletzt 32 auf 38 im Jahr 2030 und 45 im Jahr 2040. Einer Person in Pension stünden dann nur noch gut zwei im Erwerbsalter gegenüber.

Sounds familiar? No-na.

Wir haben an dieser Stelle erst kürzlich gesehen, dass in Österreich heute drei Erwerbspersonen auf eine Person im Pensionsalter kommen, 2040 nur noch 2,2 und 2060 gerade einmal 1,9. Der Treiber ist hier wie dort derselbe: Die Babyboomer gehen in Pension, die Geburtenraten sind niedrig, die Lebenserwartung steigt. So schaut das in Österreich aus:

Aber kommen wir zu den Empfehlungen der deutschen Kommission – ich versuche, dir die wichtigsten Hebel zu zeigen, ohne dass wir uns in allen 33 Einzelvorschlägen verlieren. Wenn du mehr wissen willst, hat die Kommission eine eigene Zusammenfassung hier.

Hebel eins: das Pensionsantrittsalter. Du hast gestern vielleicht da oder dort gelesen, die Empfehlung laute auf „Rente mit 70“; das empfiehlt die Kommission aber gerade nicht. Was sie vorschlägt: die Regelaltersgrenze nach 2031 an die Lebenserwartung zu koppeln, und zwar im Verhältnis zwei zu eins. Von einem zusätzlich gewonnenen........

© Wiener Zeitung