Halbe Milliarde ohne Wettbewerb: Der schräge Laser-Deal der Bundeswehr
Link in die Zwischenablage kopieren
Halbe Milliarde ohne Wettbewerb: Der schräge Laser-Deal der Bundeswehr
08. Juli 2026 | Oliver Stock
Rheinmetall und MBDA sollen Großauftrag für noch nicht fertige Laserkanone zur Drohnenabwehr erhalten. Preiswertere Konkurrenzprodukte wurden ignoriert. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Steuergeldern auf
Eigentlich war die Sache erledigt. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte Anfang des Jahres auf die Bremse getreten, als es darum ging, ein Laserkanonen-System zur Drohnenabwehr für die Bundeswehr anzuschaffen: Zu teuer, zu viele offene Fragen, kein Wettbewerb, monierten die Abgeordneten.
Doch am Mittwoch ist jetzt kurz vor der Sommerpause des Parlaments aus dem ursprünglichen Abwarten eine Entscheidung geworden: eine knappe halbe Milliarde Euro darf die Bundeswehr ausgeben, um sich die Waffe, die noch gar nicht fertig entwickelt ist, bei einem in diesem Jahr eigens dafür gegründeten Konsortium aus dem Düsseldorfer Rüstungsriesen Rheinmetall und der weitgehend bayerischen MBDA zu bestellen. Preiswertere und bessere Alternativen wurden entweder verworfen oder gar nicht erst geprüft.
Die Laserkanone ist der umstrittenste Fall
Der Fall ist das jüngste Beispiel für massive Rüstungsausgaben, die sich Deutschland seit der sogenannten „Zeitenwende“ und den unbegrenzten Krediten für Investitionen in die Verteidigung leistet. Allein im Dezember 2025 hatte der Haushaltsausschuss innerhalb weniger Stunden Rüstungsvorhaben im Umfang von rund 50 Milliarden Euro genehmigt. Das war mehr, als sonst in einem ganzen Jahr über den Tisch der Haushälter ging. Sie stöhnten bereits damals: Verträge dieser Größenordnung ließen sich im Detail nicht mehr prüfen. An........
