IW-Chef: „Die Frage ist nicht, ob der Staat eingreift, sondern wo er aufhören muss“
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IW-Chef: „Die Frage ist nicht, ob der Staat eingreift, sondern wo er aufhören muss“
29. April 2026 | Britta Kuschnigg | Lesezeit: 4 Min.
IW-Chef Hubertus Bardt fordert beim Ludwig-Erhard-Gipfel klare Grenzen für staatliche Industriepolitik – und Reformen bei Steuern, Energie, Bürokratie und Fachkräften.
Zwischen Freihandel und Intervention: IW-Chef Bardt präsentiert beim Ludwig-Erhard-Gipfel eine Studie zur Handels- und Industriepolitik für eine neue Zeit.
Die alte Weltwirtschaftsordnung schwindet gerade. Vor allem US-Präsident Donald Trump ist freier Handel nicht so wichtig. Wirtschaft ist für ihn auch Machtpolitik. Wie damit umgehen? Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat das im Auftrag des Verbands der bayerischen Wirtschaft (vbw) untersucht. IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt stellte die Studie auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee vor. Der vbw war Co-Veranstalter des ersten Gipfeltages. Selten war so dringlich wie heute, wie viel staatliche Steuerung notwendig ist und wie viel Marktfreiheit erhalten bleiben muss, um Wohlstand, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Im Kern steht ein Spannungsfeld, das die Soziale Marktwirtschaft seit jeher prägt: der Ausgleich zwischen freiem Wettbewerb und staatlichem Ordnungsrahmen. Historisch hat sich dieses Modell im Systemwettbewerb gegen planwirtschaftliche Ansätze durchgesetzt. Doch mit China ist ein neuer Konkurrent entstanden, der marktwirtschaftliche Elemente mit starker staatlicher Einflussnahme kombiniert – und damit in vielen Bereichen bemerkenswerte Wettbewerbsfähigkeit........
