Im Namen des Glaubens: Wenn religiöser Fanatismus die Demokratie attackiert
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Im Namen des Glaubens: Wenn religiöser Fanatismus die Demokratie attackiert
03. Mai 2026 | Britta Kuschnigg
Beim Ludwig-Erhard-Gipfel diskutieren Experten über radikale Religionsführer, Antisemitismus und die hilflosen Reaktionen Europas
Demokratien geraten nicht erst unter Druck, wenn Religion politisch instrumentalisiert wird. Die Verschiebung beginnt früher. Wenn Glaube den Anspruch erhebt, politische Ordnung zu bestimmen und wenn dem nicht rechtzeitig widersprochen wird. Die Verschiebung setzt oft im Halbschatten ein, fast beiläufig: ein Nebensatz hier, eine Parole dort, ein eilfertig geteilter Instagram-Post, der mehr behauptet als belegt. Doch genau in solchen Momenten verschiebt sich eine Grenze und mit ihr das Fundament der offenen Gesellschaft.
Beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee wurde diese Entwicklung nicht als abstrakte Gefahr diskutiert, sondern als konkrete Realität. Die Ausgangsfrage „Wie viel Religion verträgt Politik?“ erwies sich schnell als nicht ausreichend. Zugespitzter muss es heißen: Was passiert, wenn Religion zur politischen Ideologie wird?
Schon zu Beginn machte Moderator Ansgar Graw deutlich, dass es schon lange nicht mehr nur noch um Einzelfälle geht. Wer heute in Europa offen ein Kalifat fordere, verfolge kein Gedankenspiel, sondern ein politisches Projekt. Die entscheidende Frage sei daher nicht, ob man solche Stimmen ernst nehmen müsse, sondern warum man es so lange nicht getan habe.
Diese Unterschätzung bildet den Kern der aktuellen Problemlage. Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, per Video aus........
