Ein Aufstand gegen den Truppenzuschlag – wie schön
D em rheinisch schwingenden, leicht rauen Singsang von Annette Lehnigk-Emden höre ich gern zu. Die Chefin des Beschaffungsamts der Bundeswehr (die Abkürzung lautet BAAINBw, die aufgelöste Version davon wollen Sie hier nicht lesen) spricht sowieso sehr nachvollziehbar davon, wie schön ihr Beruf geworden ist: „Wir können einfach mal kaufen“, sagte sie im Frühjahr im Radiointerview und schob nach: „Die Dinge kaufen, die die Truppe braucht, um einsatzfähig zu werden.“
Früher, vor dem Ukrainekrieg, erklärte Lehnigk-Emden, hatten sie bei der Bundeswehr „eine lange, lange Zeit wenig Geld und viel Zeit“, um sich schönste technische Sonderspezialgeräte auszudenken – das Stichwort hierzu lautet „Goldrandlösungen“. Jetzt aber, seit dem Ukrainekrieg, ist „von der Stange“ angesagt, und bitte fix.
Diese Woche ist nun nicht nur wegen ihrer goldenen Ränder, sondern auch wegen unbeherrschbarer sonstiger Planungsprozesse erst einmal ein Riesenprojekt gestorben: die Fregatte 126 (F126). Erst vier, dann sechs dieser Mehrzweckkampfschiffe wurden 2020 noch unter der........
