menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Von Ospels Allmacht zu Ermottis Ohnmacht: Geht Bern bei der UBS zu weit?

19 0
yesterday

Von Ospels Allmacht zu Ermottis Ohnmacht: Geht Bern bei der UBS zu weit?

Früher diktierten die Banken, und die Politik spurte. Heute ist es umgekehrt, wie die UBS-Regulierung zeigt. Das Pendel droht zu stark in die Gegenrichtung zu schwingen. Der Wochenkommentar.

Der UBS-Chef steckt sich eine Zigarette nach der anderen an. Er raucht genüsslich, während er unsere Fragen beantwortet. Als ihn der Fotograf einmal von der falschen Seite ablichtet, herrscht er ihn an. Der Bankenchef hat eine bevorzugte Gesichtshälfte – und erwartet, dass man sich danach richtet.

Es war Januar 2004, als wir den damaligen UBS-Chef Marcel Ospel interviewten. Freimütig erzählte er von seiner Macht. «Zyklisch» telefoniere er mit dem Bundesrat und mache seinen Einfluss geltend – «über den direkten Meinungsaustausch mit Parlamentariern, bei den Parteien und bei der Regierung».

Der frühere UBS-Chef Marcel Ospel, der 2008 zurücktreten musste (links), und der aktuelle Konzernchef Sergio Ermotti.

Der Entscheid des Ständerats gegen die UBS von dieser Woche markiert eine Zäsur. Jahrzehntelang sagten die Banken der Politik, wo es langgeht, nach der Devise: Was gut ist für uns, ist auch gut für die Schweiz. Dieses Gleichnis begann erst mit der Finanzkrise 2008 langsam zu bröckeln. Es war das Jahr der Staatsrettung der UBS und des Rücktritts von Marcel Ospel.

Politische Vergeltung für die frühere Dominanz

Was damals anfing, findet nun seine vorläufige Vollendung. Jetzt gibt die Politik den Banken – genauer: der letzten verbliebenen Grossbank – den Tarif durch. Als gehe es darum, deren Dominanz nachträglich zu vergelten.

Die Aussagen des rauchenden Bankchefs........

© Oltner Tagblatt