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Der nächste #MeToo-Flop zeichnet sich ab

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31.03.2026

Es war das Jahr 2017, als die #MeToo-Welle die Welt erfasste, zumindest die westliche. Damals brüllte die eine Seite: „Glaubt endlich den Frauen!“ Die andere Seite brüllte zurück: „Was ist mit der Unschuldsvermutung?“ Und auch wenn die Fronten teilweise quer durch die Geschlechter verliefen, stand am Ende ein Kampf Frauen gegen Männer und umgekehrt. Man erlebte eine bis dato beispiellose Schlacht in den Medien, an Küchentischen, im ungezügelten Internet.

Die Debatte war zwar wichtig, weil sie sexuellen Missbrauch, Gewalt und Unterdrückung in ihrer überwältigenden Masse und Alltäglichkeit sichtbar machte. In wenigen Fällen, wie beim Filmmogul Harvey Weinstein und Sänger R. Kelly, führte sie zu strafrechtlichen Verurteilungen.

Aber auf lange Sicht betrachtet brachte #MeToo die gesellschaftlich gespaltenen Lager kaum zusammen. Die öffentlich in Echtzeit diskutierten Fälle, Erfahrungen und Prozesse sorgten nicht dafür, dass man einander verstand oder dass die Dinge besser liefen, im Gegenteil: Die Debatte befeuerte die Konfrontation auf allen Ebenen.

Es war das Jahr 2017, als die #MeToo-Welle die Welt erfasste, zumindest die westliche. Damals brüllte die eine Seite: „Glaubt endlich den Frauen!“ Die andere Seite brüllte zurück: „Was ist mit der Unschuldsvermutung?“ Und auch wenn die Fronten teilweise quer durch die Geschlechter verliefen, stand am Ende ein Kampf Frauen gegen Männer und umgekehrt. Man erlebte eine bis dato beispiellose Schlacht in den Medien, an Küchentischen, im ungezügelten Internet.

Die Debatte war zwar wichtig, weil sie sexuellen Missbrauch, Gewalt und Unterdrückung in ihrer überwältigenden Masse und Alltäglichkeit sichtbar machte. In wenigen Fällen, wie beim Filmmogul Harvey Weinstein und Sänger R. Kelly, führte sie zu strafrechtlichen Verurteilungen.

Aber auf lange Sicht betrachtet brachte #MeToo die gesellschaftlich gespaltenen Lager kaum zusammen. Die öffentlich in Echtzeit diskutierten Fälle, Erfahrungen und Prozesse sorgten nicht dafür, dass man einander verstand oder dass die Dinge besser liefen, im Gegenteil: Die Debatte befeuerte die Konfrontation auf allen Ebenen.


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