Der Karnevals-Traumprinz
Für manche ist die närrische Saison – ob Fasching, Fastnacht oder Karneval – und der Wahlkampf eins. In Köln oder in Mainz, wo der Karneval eine heilige Institution und aus Organisationsgründen samt Vereinen und Sitzungen eine durchaus ernste Angelegenheit ist, gilt er auch als die fünfte Jahreszeit. Am Rosenmontag kulminiert das alles in den Paraden und Umzügen mit ihren politischen Motiven, mit den Pappnasen-Clowns, mit Trump und Putin und Co.
Legalisierung vor der Landtagswahl
Im Rheinland kämen sie jedoch nicht auf die Idee, Karneval und Wahlkampagne so eng zusammenzulegen wie in Baden-Württemberg. Schwaben und Badener machen vor dem CDU-Parteitag in Stuttgart und der Landtagswahl Anfang März die Probe aufs Exempel. Nicht genug damit, dass Cem Özdemir, der grüne Spitzenkandidat, sich die Nachfolge des Landesvaters Wilfried Kretschmann zutraut. Um all das noch zu toppen, hat sich Özdemir ein zweites Mal getraut. Als die Uhr gerade das Ende für Freitag, den 13., schlug und den Valentinstag einläutete, sagte er in Tübingen ein zweites Mal Ja. Boris Palmer, sein Freund, Oberbürgermeister und Grünen-Rebell, nahm das Ehegelöbnis ab.
Im „Ländle“ fragen sich nun viele: Was trieb den Ex-Minister? Ein Wahlkampf-Coup? Wollte der „anatolische Schwabe“ den Karnevals-Traumprinzen spielen? Oder bloß den Hochzeitstag nicht vergessen? Einerlei: Wenn das Hochzeitsdatum kein Glück bringt, was dann? Wenn schon nicht im Beruf, so doch in der Liebe.
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