Fluch der Kassandra: Shermin Langhoffs Gorki-Theater ruft noch einmal zum Gebet
Auch bei der letzten Premiere der Amtszeit von Shermin Langhoff am Gorki-Theater gibt es diesen besonderen Applaus. Die Begeisterung schaukelt sich zwischen Bühne und Publikum hoch, es geht nicht etwa nur um das bürgerliche Ritual der Anerkennung für die künstlerische Leistung durch das Publikum, die mit der Bescheidenheitsgeste der Verbeugung abgegolten wird. Sondern um eine gegenseitige Vergewisserung und Bestätigung: Wir haben verstanden, wir sind auf einer Seite, wie sind die Guten, unser ist die Solidarität und jetzt ist der Moment, von dem aus wir gemeinsam die Welt verbessern.Von der Eröffnung mit der postmigrantischen „Kirschgarten“-Überschreibung im Jahr 2013 in der Regie Nurkan Erpulats über die politisch-therapeutischen Konfliktspiele von Yael Ronen, die queeren Wutausbrüche von Falk Richter, den kämpferischen Textflächensport von Sebastian Nübling, die Aktionen des Zentrums für politische Schönheit bis zum Erzähltheater von Hakan Savas Mican – immer klatscht in Shermin Langhoffs Gorki das politische Bekenntnis mit.
Die designierte Intendantin Çağla Ilk will das Gorki weiter öffnen, bekennt sich aber zum Ensemble
„Kassandra – Or the Songs of the Canaries“,........
