Druschba-Pipeline beschädigt: Peskow wirft Ukraine „Energieerpressung“ Ungarns vor
Russland führt nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow Gespräche mit Unternehmen, um den Transport von Öllieferungen nach Ungarn sicherzustellen. „Wir sehen, dass natürlich eine gewisse Energieerpressung seitens der Ukraine gegenüber einem EU-Mitglied, Ungarn, stattfindet“, sagte Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax.„Wir stehen in Kontakt mit Abnehmern, aber die Situation wird durch die Position der Ukraine verkompliziert“, fügte er hinzu. Auf die Frage, ob Russland eine Erhöhung von Lieferungen über Kroatien erwäge, sagte Peskow, diese Vorschläge würden auf Unternehmensebene erörtert.
Sybiha: Pipeline durch russischen Angriff beschädigt
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hatte am vergangenen Donnerstag mitgeteilt, dass die Druschba-Pipeline nach einem russischen Angriff beschädigt worden sei. Dazu veröffentlichte er ein Bild auf X, das brennende Pipeline-Infrastruktur zeigte. Ungarn habe bei Russland keinen Protest dagegen eingelegt, so Sybiha.
„Die Wahrheit ist, dass Moskau aufgehört hat, ein verlässlicher Lieferant zu sein, sobald es seine Aggression gegen die Ukraine gestartet hat“, schrieb er. Die Ukraine schlage der Orbán-Regierung vor, „die Augen zu öffnen“.
Stopp von Öllieferungen: Slowakei und Ungarn beschuldigen Ukraine
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó erklärte am Sonntag, er und die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Saková hätten einen Brief an den kroatischen Wirtschaftsminister Ante Susnjar geschickt. Darin fordern beide Länder, den Transport russischen Öls über die Adria-Pipeline zu ermöglichen.
Die Sicherheit der Energieversorgung eines Landes dürfe nicht zu einer „ideologischen Frage“ werden, so Szijjártó. Er erwarte daher von Kroatien, dass es „im Gegensatz zur Ukraine die Sicherheit der Ölversorgung Ungarns und der Slowakei nicht aus politischen Gründen gefährdet“.
Auch der slowakische Ministerpräsident Robert Fico warf der Ukraine vor, die Wiederinbetriebnahme der Pipeline zu verzögern. Fico sprach einem Reuters-Bericht zufolge von „politischer Erpressung Ungarns“, weil das Land einen EU-Beitritt der Ukraine ablehne.
Ungarn und die Slowakei sind stark von russischem Öl und Gas abhängig und haben sich gegen EU-Maßnahmen gewehrt, die Lieferungen zu beenden. So haben die beiden Länder etwa angekündigt, rechtliche Schritte gegen das kürzlich von der EU beschlossene Verbot russischer Gasimporte einzuleiten.
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