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Ende des Ramadan: Muslimische Kinder können am Freitag schulfrei bekommen

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19.03.2026

Am Freitag beginnt das Zuckerfest – eines der wichtigsten religiösen Feste im Islam. Es beendet den Fastenmonat Ramadan und wird auch in Berlin in vielen Familien gefeiert. Für zahlreiche Schüler in der Hauptstadt bedeutet das Fest auch in diesem Jahr doppelte Freude: Sie können sich offiziell vom Unterricht befreien lassen. In einer Mail an die Eltern schreibt eine Berliner Schule: „Wenn Ihr Kind aus diesem Anlass morgen nicht zur Schule kommt, ist das selbstverständlich in Ordnung und wird von uns auch nicht als Fehlzeit gemeldet.“ In vielen Schulen wurden ähnlich lautenden Nachrichten versendet.

Die Senatsverwaltung für Bildung weist auch in diesem Jahr darauf hin, dass bedeutsame religiöse Feiertage wie das Zuckerfest als wichtiger Grund für das Fernbleiben vom Unterricht gelten. Voraussetzung ist in der Regel eine formlose Mitteilung der Eltern an die Schule. Gerade in Bezirken mit einem hohen Anteil muslimischer Bevölkerung, etwa in Neukölln oder Kreuzberg, ist das Zuckerfest auch im Schulalltag spürbar. Viele Klassen sind an diesem Tag deutlich leerer, während die Kinder zu Hause oder in der Moschee feiern. Vereinzelt gibt es Kritik von Eltern, die die Freistellung zum Zuckerfest als ungerecht empfinden und eine Gleichbehandlung mit christlichen Feiertagen wie dem Aschermittwoch anregen. Gleichzeitig zählt das Ende des Ramadans im Islam zu den wichtigsten Festtagen.

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Rechtlich geschützter Feiertag

Neben den gesetzlichen stehen auch religiöse Feiertage verschiedener Glaubensgemeinschaften unter besonderem Schutz – dazu zählen das Zuckerfest oder der jüdische Feiertag Jom Kippur. Arbeitnehmern muss  per Gesetz an diesen Tagen die Teilnahme an religiösen Veranstaltungen ermöglicht werden, sofern keine zwingenden betrieblichen Gründe entgegenstehen. Schülerinnen und Schüler können an den wichtigen Feiertagen ihres jeweiligen Bekenntnisses vom Unterricht befreit werden. So können sich katholische Schüler an Allerheiligen freistellen lassen.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und für Muslime weltweit eine Zeit des Fastens, der Besinnung und des Gebets. Gläubige verzichten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken und richten ihren Alltag stärker auf Spiritualität und Gemeinschaft aus. Das Zuckerfest, auch Eid al-Fitr genannt, markiert das Ende des Ramadan und wird mit festlicher Kleidung, gemeinsamen Gebeten, reich gedeckten Tischen und süßen Speisen gefeiert – daher auch der Name.


© Berliner Zeitung