Das Parlament darf sich von der SVP nicht erpressen lassen
Das Parlament darf sich von der SVP nicht erpressen lassen
Die Auswahl der SVP für die Nachfolge von Guy Parmelin kann sich sehen lassen. Die Partei sollte sich nun gut überlegen, wen sie nominiert. Mit ihrer unwürdigen Rauswurf-Klausel schadet sie sich selbst.
Thomas Aeschi (l.) weiss noch nicht, ob er Bundesrat werden will, Céline Amaudruz und Michael Graber hingegen treten an.
Es gibt einen grossen Irrtum über die SVP: Viele meinen, die Partei habe stets eine Art Masterplan, den sie gegen alle Widerstände durchziehe. In dieser Vorstellung existiert ein kleiner Zirkel der Macht mit Epizentrum in Herrliberg, der aus dem Dunkel heraus die Geschicke der SVP lenkt. Das mag einmal so gewesen sein.
Aber die SVP von heute ist eine andere Partei – lebendiger und unberechenbarer, als viele meinen. Exemplarisch zeigte sich dies in den letzten drei Wochen: Seit Guy Parmelin seinen Rücktritt angekündigt hat, unterhält die Partei das Publikum mit einem munteren Schaulaufen von möglichen und unmöglichen Bundesräten. Nach dem Motto: «Die SVP sucht den Bundesrat.»
Es ist ja nicht so, dass Parmelins Abgang überraschend kam. Die SVP-Nomenklatura hatte reichlich Zeit, sich vorzubereiten. Aber entweder hatte sie keinen Plan oder konnte ihn nicht durchsetzen. Favoriten wie Esther Friedli und Pascal Schmid zogen sich reihum zurück. Und Thomas Aeschi zögert noch immer. Sein Verhalten spricht........
