menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Nach Vorfall mit CNN-Team: IDF suspendieren Bataillon

12 0
30.03.2026

30. März 2026 – 12. Nissan 5786

AboAngebote PrintAbo-Service

AboAngebote PrintAbo-Service

Nach Vorfall mit CNN-Team: IDF suspendieren Bataillon

Generalstabschef Eyal Zamir spricht von einem »schwerwiegenden ethischen Vorfall«, der nicht mit den Werten der Armee vereinbar sei

 30.03.2026 10:03 Uhr

Nach einem Einsatz im Westjordanland hat die israelische Armeeführung ein ganzes Bataillon vorläufig aus dem operativen Dienst genommen. Hintergrund ist ein Vorfall, bei dem Soldaten ein Team des in Atlanta beheimateten amerikanischen Senders Cable News Network (CNN) festgesetzt und mutmaßlich körperlich angegangen haben. Auch israelische Medien berichteten.

Generalstabschef Eyal Zamir sprach von einem »schwerwiegenden ethischen Vorfall«, der nicht mit den Werten der Armee vereinbar sei. »Waffen dürfen ausschließlich zur Erfüllung des Auftrags eingesetzt werden und niemals aus Rache«, erklärte er. Solches Verhalten werde innerhalb der Streitkräfte nicht toleriert.

Das betroffene Reservebataillon, das überwiegend aus ehemaligen Soldaten einer ultraorthodoxen Einheit besteht, soll nun eine Phase durchlaufen, in der »die professionellen und ethischen Grundlagen gestärkt« werden. Erst danach könnte eine Rückkehr in den Einsatz erfolgen, abhängig von weiteren Entscheidungen der militärischen Führung.

Videoaufnahmen belasten Soldaten

Der Vorfall ereignete sich bei Dreharbeiten im Norden des Westjordanlands nahe einem umstrittenen Siedlungsposten. Auf von CNN veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, wie bewaffnete Soldaten auf das Reporterteam zugehen und dieses auffordern, sich auf den Boden zu legen.

Nach Darstellung des Senders wurde ein Kameramann zeitweise in den Würgegriff genommen. Zudem seien Ausrüstungsgegenstände beschädigt worden. Die Journalisten berichteten außerdem, sie seien über einen längeren Zeitraum festgehalten worden.

Zamir: »Die Armee wird in sich zusammenbrechen«

Generalstabschef Ejal Zamir warnt die Regierung eindringlich vor den Folgen des Krieges und wachsender Einsatzlast

Zustimmung zum Kriegshaushalt erkauft

»Eine heilige Mission«

Oberstleutnant V. hat mit seiner Einheit die sterblichen Überreste von Soldaten geborgen, auch jene der letzten Geisel Ran Gvili. Hier spricht er über die Prinzipien seiner Arbeit

Die Streitkräfte (IDF) bestätigten, dass es bei dem Einsatz zu »mehreren Fehlverhalten« im Umgang mit den Reportern gekommen sei. Gleichzeitig betonte sie, die Soldaten hätten ursprünglich den Auftrag gehabt, die Lage rund um den Siedlungsposten zu sichern und Zusammenstöße zwischen Siedlern und Palästinensern zu verhindern.

Problematische Äußerungen

Besonders brisant sind Äußerungen einzelner Soldaten, die ebenfalls auf Video festgehalten wurden. Demnach erklärten sie gegenüber den Journalisten, das gesamte Westjordanland gehöre dem jüdischen Volk und dem Staat Israel. Einer der Beteiligten begründete sein Handeln mit persönlichen Motiven und fragte einen Reporter: »Wenn dein Bruder getötet worden wäre, was hättest du getan?«

Die Armeeführung distanzierte sich ausdrücklich von solchen Aussagen. Diese stünden weder im Einklang mit den Werten der IDF noch mit dem Auftrag der eingesetzten Einheiten.

Nach Angaben des Militärs wurden die Journalisten nach einer Sicherheitsüberprüfung wieder freigelassen. Die Vorwürfe, ein Soldat habe Gewalt angewendet, werden derzeit von der Militärpolizei untersucht. Zugleich weist die Armee Darstellungen zurück, wonach die Soldaten den Siedlungsposten unterstützt hätten. Vielmehr seien sie eingesetzt worden, um das Gebiet zu sichern, bis Polizeikräfte den Posten räumen.

Die Streitkräfte betonten, man respektiere die Pressefreiheit und bedaure den Vorfall. Es habe direkten Kontakt zu den betroffenen Journalisten gegeben, einschließlich einer persönlichen Entschuldigung, hieß es. im

Wasserversorgung für Gaza: Israel widerspricht UNRWA

Die UNO-Unterorganisation nennt die Versorgung »eingeschränkt und verschmutzt«, während die Behörde COGAT von »falschen Narrativen« spricht und Zahlen vorlegt

Geplante Todesstrafe: Europäische Minister appellieren an Israel

Vier europäische Außenminister warnen: Eine Ausweitung der Todesstrafe in Israel könnte nicht nur Menschenrechte verletzen, sondern auch das Vertrauen in demokratische Prinzipien erschüttern

Ein Angriff des Iran am vergangenen Wochenende hat in Arad und Dimona 175 Menschen verletzt. Laut Staatsmedien in Teheran hatten die Raketen einen Atomreaktor in der Nähe zum Ziel – als Vergeltung für Angriffe auf die iranische Uran-Anreicherungsanlage

von Ralf Balke  29.03.2026

Kirchenvertreter in Jerusalem am Zutritt zur Grabeskirche gehindert

Der höchste katholische Vertreter wurde am Palmsonntag daran gehindert, an der Messe teilzunehmen. Italien reagiert und will den israelischen Botschafter einberufen. Inzwischen hat die israelische Polizei ihr Vorgehen verteidigt

 29.03.2026 Aktualisiert

Bereiten die USA eine Bodenoffensive vor?

US-Medien berichten über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen. Teheran reagiert und droht »Bestrafung« an

Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel

Die wirtschaftliche Dynamik der Abraham-Abkommen ist längst sichtbar. Deutschland sollte diese Initiative nicht begleiten, sondern anführen, fordert der CEO von ELNET

von Carsten Ovens  29.03.2026

Angriff auf Residenz von Präsident Barsani im Nordirak

Eine Attacke trifft die Residenz von Präsident Barsani im Irak. Die USA machen »Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak« verantwortlich. Zuletzt hatte der Iran Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert

 29.03.2026 Aktualisiert

Huthi greifen erneut Israel an – Iran droht US-Universitäten

Die jemenitische Miliz beschießt Eilat, iranische Elitestreitkräfte drohen mit »Vergeltungsmaßnahmen« an US-Universitäten in der Region, und Pakistan versucht zu vermitteln – die Übersicht am Sonntagmorgen

Irans Waffenproduktion soll »in wenigen Tagen« weitgehend zerstört sein

Eines der Kriegsziele Israels ist die Ausschaltung der iranischen Militärindustrie. Ein Armee-Sprecher nennt den zeitlichen Horizont, bis wann dieses Ziel erreicht sein könnte

+49 30 275833 0 Mo-Do 9-17 Uhr Fr 9-14 Uhrverlag@juedische-allgemeine.deredaktion@juedische-allgemeine.de

© 2026 Jüdische Allgemeine Impressum/Datenschutzerklärung/AGB/Privatsphäre


© Juedische Allgemeine