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Man gewöhnt sich an alles – auch an ein frühes WM-Aus

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01.07.2026

Deutsche Pleitenserie : Man gewöhnt sich an alles – auch an ein frühes WM-Aus

2018 war das frühe deutsche WM-Aus ein Schock, 2022 eine Überraschung. Dieses Mal nehmen wir es eher resigniert zur Kenntnis. An den Abstieg haben wir uns schließlich längst gewöhnt – nicht nur im Fußball.

Es war mein letzter Tag als Masterstudent in Cambridge, als Deutschland erstmals bei einer WM in der Vorrunde ausschied. Trotz meiner Fußballbegeisterung sollte das Spiel Deutschland gegen Südkorea an jenem 27. Juni 2018 eigentlich nur eine Nebenrolle spielen. Schließlich hieß es Packen, Abschiednehmen – und die wichtigen Spiele für die DFB-Elf würden ohnehin erst mit dem Achtelfinale beginnen.

Nach einem 0:1 gegen Mexiko und einem 2:1 in letzter Minute gegen Schweden genügte Deutschland – dem amtierenden Weltmeister – zum Weiterkommen ein Sieg gegen die praktisch schon ausgeschiedenen Südkoreaner. Zum Einlaufen baute der englische Kommentator eine große Kulisse auf. Seit 1938 hätten die Deutschen Weltkrieg, Teilung und Wiedervereinigung erlebt, aber sich auf eines immer verlassen können: dass ihr Team bei einer WM mindestens das Viertelfinale erreicht. Diese Gewissheit stehe nun auf dem Spiel.

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© Frankfurter Allgemeine