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Überrannt? Was der Film zum Overtourism nicht zeigt

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Überrannt? Was der Film zum Overtourism nicht zeigt

Von Ferdinand Zehnder*

Eine SRF-Doku über Touristengruppen in Luzern sorgt für Debatten. Er zeigt ein unvollständiges Bild, kritisiert der Präsident des Tourismus Forum Luzern.

Der neue Dok-Film «Überrannt - Overtourism in der Schweiz» regt auf, bewegt und polarisiert (Ausgabe vom 5. Mai ). Er zeigt eindrücklich, wie Tourismus in bestimmten Momenten erlebt werden kann: dicht, laut und überwältigend. Dieser Blick ist wertvoll, auch wenn er bewusst nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt. Denn Dokumentarfilmer Jörg Huwyler hat darauf verzichtet, Touristikerinnen und Touristiker zu befragen. Das ist sein gutes Recht. Doch es bedeutet: Das Bild bleibt unvollständig. Gerne versuche ich, es nachfolgend etwas nachzubessern. Weitere Beiträge sind nötig. Genau deshalb braucht es eine sachliche, differenzierte Debatte, keine Abwehrreflexe, keine Pauschalurteile.

Ferdinand Zehnder, Präsident des Tourismus Forum Luzern.

Overtourism ist kein statistischer Begriff. Es ist ein Gefühl. Es ist ein subjektives Erleben von Enge, Überforderung und Verdrängung. Dieses Gefühl ist ernst zu nehmen. Wir nehmen es ernst. Und wir teilen die Einschätzung: Ja, es gibt Belastungsspitzen. An bestimmten Orten, zu bestimmten Zeiten.

Aber nicht jeder Tourismus wirkt gleich. Tagesgäste haben andere Auswirkungen als Übernachtungsgäste, die länger bleiben, die Stadt und die Bevölkerung tiefer erleben und........

© Luzerner Zeitung