1000 Euro Krisenprämie? Vorhaben ist unglaubwürdig – und birgt ein großes Risiko
Die Bundesregierung verspricht Entlastung: Neben der Steuersenkung auf Benzin und Diesel winkt eine Krisenprämie bis zu 1000 Euro. Doch beim Blick aufs Kleingedruckte wird schnell klar: So einfach ist es nicht. Arbeitgebern soll lediglich ermöglicht werden, Arbeitnehmern steuer- und abgabenfrei bis 1000 Euro zu zahlen. Und da ist der springende Punkt: Arbeitgeber dürfen zahlen – sie müssen nicht. Die Regierung wälzt die Verantwortung auf die Unternehmen ab: Macht ihr mal.
Das macht das Vorhaben unglaubwürdig. Spätestens dann, wenn Betriebe zögern und von der großen Ankündigung nichts übrig bleibt. Eine gewisse Zurückhaltung bei Arbeitgebern zeichnet sich bereits ab. Wenn dann am Ende vor allem Autofahrer von der Spritvergünstigung profitieren und alle anderen leer ausgehen, könnte es für die Koalition das Eigentor des Jahres werden.
1000-Euro-Krisen-Prämie birgt Risiken: Es gibt einen besseren Weg
Deshalb muss die Krisenprämie breit und fair umgesetzt werden. Sie wirkt nur, wenn sie verlässlich und unkompliziert bei den Menschen ankommt – unabhängig vom Verkehrsmittel, mit dem sie täglich unterwegs sind. Ein garantierter, steuerfreier Bonus entlastet alle Beschäftigten und hilft niedrigen Einkommen.
Voraussetzung dafür ist die finanzielle Tragfähigkeit. Der Arbeitgeber kann nicht zur Zahlung gezwungen werden. Aber zumindest ermutigt. Zum Beispiel mit einer Mindestempfehlung von 500 Euro, der Möglichkeit zur Tranchenzahlung (etwa zweimal 500 Euro innerhalb von 12 Monaten) oder einer Staffelung nach Einkommenshöhe. Der administrative Aufwand wäre gewiss höher. Aber erst die faire Umsetzung macht aus einer guten Idee eine echte Entlastung.
