Weg mit der 1000-Euro-Prämie – es braucht Hilfen, die wirklich funktionieren
1000 Euro extra vom Chef oder der Chefin. Wer würde dazu schon Nein sagen? Die schwarz-rote Koalition hat mit ihrem Beschluss des jüngsten Koalitionsgipfels bei über 42 Millionen angestellten Menschen Hoffnungen geweckt. Das Geld ist hochwillkommen, schließlich ist alles ziemlich teuer geworden, nicht nur der Sprit.
Doch die Hoffnung weicht flächendeckend einer riesigen Enttäuschung. Immer mehr Arbeitgeber machen deutlich, dass nicht genug Geld da ist, um außerhalb von Tarifverhandlungen Sonderzahlungen auszuschütten – Steuerbefreiung hin oder her. Nicht einmal Merz, Söder und Co. können als Arbeitgeber in Bund und Land bei der eigenen Idee mit gutem Beispiel vorangehen, weil die Mittel schlicht nicht zur Verfügung stehen.
Auch die privatwirtschaftlichen Arbeitgeber sehen wenig Spielräume und fragen zu Recht, warum sie die Party der Regierung bezahlen sollen. Dieser Unmut der Wirtschaft ist gefährlich für den Kanzler, dessen Regierung einen völlig neuen Umgang mit ihr pflegen wollte und bei dem 1000-Euro-Bonus auf fremde Rechnung die Arbeitgeberverbände nicht einmal einbezogen hatte.
Es ist offensichtlich, dass die Koalition in den Berliner Nachtsitzungen ihr Hilfspaket unter großem Druck mit heißer Nadel gestrickt und die Folgen der Prämien-Idee nicht zu Ende gedacht hat. Besser, sie räumt sie schnell ab und präsentiert eine bessere, ausgeschlafene Idee, die realisiert werden kann. Sonst schürt man nur Enttäuschung, Missgunst und ohne Not Streit zwischen Belegschaften und Arbeitgebern. Und das wäre wirklich das Letzte, was die Wirtschaft jetzt gebrauchen kann.
