Iran: Trump hat drei Optionen – alle sind schlecht
Das Scheitern von Islamabad überrascht nur, wenn man die Lage oberflächlich gelesen hat. Iran saß dort trotz aller Kriegsschäden mit den besseren Karten am Tisch. Nicht, weil Teheran militärisch stärker wäre. Sondern weil es den Amerikanern noch immer an der empfindlichsten Stelle wehtun kann: in der Straße von Hormus. Der angeschlagene Iran kann dort weiter Nachbarn treffen und den globalen Schiffsverkehr in den Schwitzkasten nehmen.
USA gegen Iran – unvereinbare Logiken prallten aufeinander
Wer die Meerenge kontrolliert, verhandelt nicht aus Schwäche. Genau deshalb prallten in Islamabad keine zwei Kompromisslinien aufeinander, sondern zwei unvereinbare Logiken. Washington wollte ein verbindliches Nein zur Atombombe, freie Passage durch Hormus und Beschränkungen bei Raketen. Teheran verlangte dagegen Sanktionserleichterungen, Freigabe eingefrorener Vermögen, Entschädigungen, die politische Anerkennung seiner Kontrolle über Hormus – und, ganz wichtig, ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon. Der Graben dazwischen ist breit und tief.
Und doch ließ Vance am Ende eine Hintertür offen. Er sagte, man reise „mit einem sehr einfachen Vorschlag“ ab, dem „letzten und besten Angebot“, und man werde sehen, ob die Iraner es annähmen. Übersetzt: kein Durchbruch, aber auch kein totaler Abbruch. Islamabad ist also nicht an einem Detail gescheitert. Sondern an der simplen Tatsache, dass der Iran im Moment noch genug Hebel besitzt, um aus der Defensive Verhandlungsmacht zu machen.
Bleibt die entscheidende Frage: Was macht Trump? Verhandlungen fortsetzen? Den Krieg ohne Abkommen beenden? Oder weiter an der militärischen Eskalationsschraube drehen? Drei Optionen – alle lassen ihn schlecht aussehen.
