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Zeit für andere

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27.08.2026

27. August 2026 – 14. Elul 5786

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Vereine, Institutionen und auch Gemeinden bauen auf sie: Menschen, die sich freiwillig für jüdisches Leben engagieren. Zwei Projekte werden nun ausgezeichnet

Eine Kugel Schokoladensorbet, eine Kugel Kokos und eine Mango, in der Waffel und ein paar Streusel noch obendrauf. Und dann chillen? Im Gegenteil: Für Romy, Lara und Frieda geht es dann erst richtig los, denn die drei jungen Frauen, die gerade ihr Abitur am Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn abgelegt haben und derzeit auf den Beginn des Studiums warten, bringen Berlinern, Touristen oder Interessierten jüdisches Leben nahe – mit Eis.

»Jüdisches Leben erleben statt urteilen – Ein verbindender Stadtspaziergang mit Eis« heißt das Projekt der drei, für das sie am 2. September mit dem Ehrenamtspreis für jüdisches Leben in Deutschland ausgezeichnet werden. Ein Preis, der 2022 vom Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde. Eine sechsköpfige Jury wählte die drei unter70 Bewerbern aus.

»In besonderer Weise um bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement verdient gemacht«

Zum vierten Mal werden »Organisationen oder Initiativen geehrt, die sich in besonderer Weise um bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement verdient gemacht haben, das jüdisches Leben in Deutschland stärkt und besser sichtbar macht«. So wie eben das Projekt von Romy, Lara und Frieda. Oder der Verein »Kölner Forum für Kultur im Dialog« um Claudia Hessel und Ulrike Neukamm, der alle zwei Jahre das Festival »Shalom-Musik.Koeln« auf die Beine stellt. Auch dieser Verein wird mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet, und sowohl für die Kölnerinnen als auch für die Berlinerinnen war es eine Überraschung, dass ausgerechnet ihr Projekt gewonnen hat.

»Wir waren alle sehr überrascht. Das haben wir nicht so erwartet«, erzählt Lara, die bald ihr Physikstudium beginnen möchte. »Wir haben uns wirklich gefreut und fanden es auch toll, weil es nicht immer ganz einfach war, die Spaziergänge neben den Abivorbereitungen durchzuführen.« Und auch Ulrike Neukamm erinnert sich noch sehr genau an den Moment, in dem sie erfuhr, dass ihre Kollegin und sie den Preis bekommen werden: »Wir haben uns natürlich riesig gefreut. Und natürlich ist das auch wirklich eine Anerkennung unserer Arbeit. Es war und ist nach wie vor ein kleines Wunder.«

Ehrenamtliche Mitarbeiter sind für jüdische Einrichtungen und Organisationen generell wie kleine Wunder. Es sind Menschen, die ihre Zeit, manchmal neben dem Job, manchmal nach dem Arbeitsleben und –........

© Juedische Allgemeine