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Ewiges Nachhallen

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17.05.2026

17. Mai 2026 – 29. Ijar 5786

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Warum die Israeliten in die Stille der Wüste ziehen mussten, um das Wichtigste zu hören

Musik spielt im Judentum eine große Rolle. Doch geht es hierbei nicht nur um bewegende Melodien, die unsere Gefühle unterstreichen oder gar hervorrufen können, wie etwa Fröhlichkeit und Freude oder Melancholie und Traurigkeit – die Wirkmächtigkeit des Klangs ist in der jüdischen Vorstellung viel elementarer. Es geht letztlich um den Einfluss von Tönen auf unsere Seele und das gesamte Geschehen des Universums.

Kommende Woche feiern wir Schawuot, »Chag Matan Toratenu« – das Fest der Übergabe unserer Tora –, wie es in den Gebeten genannt wird. Passend dazu lesen wir am ersten Feiertag darüber, wie dem Volk Israel am Berg Sinai die Offenbarung G’ttes zuteilwurde und es die Zehn Gebote erhielt. Eingeleitet wird dieses große Ereignis mit folgenden Worten: »Im dritten Monat nach dem Auszug der Kinder Israels aus dem Land Ägypten, an diesem Tage kamen sie in die Wüste Sinai. Und sie zogen von Refidim und kamen zur Wüste Sinai, sie lagerten in der Wüste, Israel lagerte dem Berg gegenüber« (2. Buch Mose 19, 1–2).

Drei Mal betont diese Einleitung, dass sie in die Wüste kamen und dort lagerten. Es muss also eine starke Verbindung zwischen diesem Ort und dem bevorstehenden Ereignis, der Übergabe der Tora, geben. Es ist kein Zufall, dass der Wochenabschnitt »Bamidbar« – »In der Wüste«, der das gleichnamige vierte Buch der Tora eröffnet, immer am Schabbat vor dem Schawuot-Fest gelesen wird.

Verschiedene Erklärungen und Querverbindungen bieten die Weisen und Kommentatoren an, doch eine besondere und weniger bekannte Interpretation bietet der Midrasch (Bamidbar Raba 19, 16): »Wer erhält die Tora? Derjenige, der sich wie eine Wüste verhält, sich von allem entfernt.« Eine der besonderen Erfahrungen der Wüste ist die Möglichkeit, sich vom Lärm der Zivilisation zu entfernen, abgesondert zu sein, Zeit mit sich selbst verbringen zu können.

Eine der besonderen Erfahrungen der Wüste ist die........

© Juedische Allgemeine