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Der Garten Eden

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09.07.2026

09. Juli 2026 – 24. Tamus 5786

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Was unsere Weisen über das Paradies lehrten

Alle scheinen zu wissen, dass Adam und Chawa im Garten Eden lebten. Aber wo lag dieser Garten? Als mir ein Schüler im Religionsunterricht diese Frage stellte, fiel es mir schwer, einen konkreten Ort auf der Weltkarte zu zeigen.

Die lateinischen Bibelübersetzungen der »Vetus Latina« inspirierten über Jahrhunderte hinweg Abenteurer und Gelehrte, den Garten Eden zu suchen. Dort wird der Garten »gegen Osten hin« lokalisiert. Dies ist aber nur eine Interpretation des hebräischen Wortes »Kedem«. Viele Versuche, Eden geografisch zu verorten, konzentrierten sich daher auf Regionen in Asien oder Indien. Zahlreiche mittelalterliche Weltkarten zeichneten den Garten Eden tatsächlich in ihre Darstellungen ein.

Was sagen die jüdischen Quellen?

Doch was sagen die jüdischen Quellen? Im 1. Buch Mose heißt es: »Ein Strom entspringt in Eden, der den Garten bewässert; dort teilt er sich und wird zu vier Hauptflüssen.«

Der erste heißt Pischon. Nach dem mittelalterlichen Kommentator Raschi könnte damit der Nil gemeint sein. Der zweite Strom heißt Gihon, der »das ganze Land Kusch umfließt«. Kusch ist in der Bibel meist die Bezeichnung für das Gebiet von Äthiopien. Der dritte Strom ist der Tigris, der vierte der Euphrat. Tigris und Euphrat fließen bekanntermaßen durch den heutigen Irak. Auf einer realen Karte findet man jedoch keine gemeinsame Quelle, aus der all diese........

© Juedische Allgemeine