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Warum Netflix vielleicht ein Problem mit Tiktok hat

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14.02.2026

Bei Streamern wie Netflix scheint man sich sehr darauf zu fokussieren, nur noch Sendungen zu produzieren, die sofort von den Zuschauern verstanden werden. Ich habe gelesen, dass neue Serien so konzipiert werden, dass man schon in der Pilotfolge alles erklärt bekommt. Alle Hauptfiguren müssen offensichtlich sein, es muss in der ersten Folge in den ersten zehn Minuten zu einer spektakulären Actionszene kommen, die die Aufmerksamkeit fesselt.

Überhaupt scheint das das Hauptaugenmerk zu sein. Die Zuschauerin und der Zuschauer dürfen nicht eine Sekunde mit ihren Gedanken von der Szene abschweifen. Und wenn sie es doch tun, dann müssen sie jederzeit wieder überall einsteigen können. Denn offenbar schweifen sie andauernd ab. Der größte Konkurrent ist nämlich der zweite Bildschirm, den die Zuschauer und Zuschauerinnen in der Hand haben.

Während sie angeblich eine Serie schauen, schauen sie nämlich in Wirklichkeit darauf, was auf Tiktok los ist. Tiktok ist allerdings darauf programmiert, die Aufmerksamkeit der Nutzerinnen keine Sekunde loszulassen, indem es sie mit allem Unsinn beschießt, der sich gerade auftreiben lässt. Deshalb, so habe ich es neulich in der „Süddeutschen Zeitung“ gelesen, werden wichtige Handlungsstränge in Serien mehrmals in Dialogen wiederholt, weil man davon ausgehen muss, dass die Leute es sonst nicht mitbekommen und gelangweilt zappen, wenn ihnen das Ganze zu kompliziert wird.

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Bis zu viermal soll es solche Wiederholungen geben. Man hat Angst, dass sonst flüchtige Informationen an den Zuschauern vorbeigehen. Es werden also wichtige Punkte öfter wiederholt, weil man sichergehen muss, dass den Zuschauern wichtige Handlungsstränge nicht verloren gehen, weil sie gerade auf das Handy geschaut haben. Immer! Wieder! Werden! Wichtige! Informationen! Wiederholt!

Während sie angeblich eine Serie schauen, schauen sie nämlich in Wirklichkeit darauf, was auf Tiktok los ist. Tiktok ist allerdings darauf programmiert, die Aufmerksamkeit der Nutzerinnen keine Sekunde loszulassen, indem es sie mit allem Unsinn beschießt, der sich gerade auftreiben lässt. Deshalb, so habe ich es neulich in der „Süddeutschen Zeitung“ gelesen, werden wichtige Handlungsstränge in Serien mehrmals in Dialogen wiederholt, weil man davon ausgehen muss, dass die Leute es sonst nicht mitbekommen und gelangweilt zappen, wenn ihnen das Ganze zu kompliziert wird.

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Bis zu viermal soll es solche Wiederholungen geben. Man hat Angst, dass sonst flüchtige Informationen an den Zuschauern vorbeigehen. Es werden also wichtige Punkte öfter wiederholt, weil man sichergehen muss, dass den Zuschauern wichtige Handlungsstränge nicht verloren gehen, weil sie gerade auf das Handy geschaut haben. Immer! Wieder! Werden! Wichtige! Informationen! Wiederholt!

Alles Wichtige wird am Anfang erzählt

Es werden angeblich bei Testvorführungen die Zuschauer gefilmt und deren Mienen durch Künstliche Intelligenz ausgewertet. Wenn sie Anzeichen zeigen, dass ihnen ein bestimmter Protagonist ziemlich egal ist, dann wird er in der nächsten Staffel an den Rand gedrängt, dagegen werden die Folgen um die Figuren neu erdacht, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten. Aber eigentlich ist es auch egal, wie es weitergeht, denn alles Wichtige wurde ja ganz am Anfang erzählt.

Das ist also die sogenannte Aufmerksamkeitswirtschaft. Es geht um rein gar nichts, Hauptsache, du bleibst dabei. Wozu ist dann aber Aufmerksamkeit überhaupt gut? Wozu ist dann aber Aufmerksamkeit überhaupt gut? Wozu ist dann aber Aufmerksamkeit überhaupt gut? Wozu ist dann aber Aufmerksamkeit überhaupt gut?

Das ist als Phänomen nicht so ganz neu. Es wurde schon Ende der 1990er-Jahre angewandt, als man die Sendung „Teletubbies“ entwarf. Das war als Fernsehen für Babys und Kleinkinder gedacht. Dort wurden wichtige Informationen mehrmals wiederholt, weil man fand, dass kleine Kinder Dinge erst verstehen, wenn sie diese immer wieder vorgekaut bekommen. Jetzt sind aus den Teletubbie-Babys von damals Konsumenten geworden, denen man immer noch alles vorkauen muss, damit sie es verstehen. Ich denke, da haben die Teletubbies früher einfach die falschen Akzente gesetzt.

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