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China läuft die Zeit davon

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Düsseldorf. Die Erfolge chinesischer Unternehmen auf den Weltmärkten erscheinen gleichermaßen eindrucksvoll wie ungebremst. Ungeachtet der globalen Handelskonflikte konnte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss im Außenhandel in Höhe von 1,189 Billionen US-Dollar erzielen. Damit beläuft sich der Ausfuhrüberschuss auf gut sechs Prozent in Relation zur Wirtschaftsleistung. Diese Exporterfolge trugen entscheidend dazu bei, dass die Volkswirtschaft 2025 das von der Kommunistischen Partei vorgegebene Wachstumsziel von 5,0 Prozent erreicht hat.

Hierzulande dürften diese Zahlen wehmütige Erinnerungen an die „Nuller-Jahre“ wachrufen, in denen Deutschland sechs Jahre in Folge den inoffiziellen Titel „Exportweltmeister“ trug. In der Spitze belief sich der Leistungsbilanzüberschuss auf mehr als acht Prozent in Relation zur Wirtschaftsleistung, was die EU-Kommission auf den Plan rief, weil Deutschland ihrer Ansicht nach zu wenig für die Binnennachfrage getan hatte.

Diese Zeiten endeten 2018; seitdem steckt Deutschlands exportabhängige Industrie in einer Dauerkrise. „In einem für den Außenhandel turbulenten Jahr gingen die Exporte 2025 nochmals zurück“, schreibt das Statistische Bundesamt in einer aktuellen Mitteilung. „Betroffen waren Kernbereiche der Exportwirtschaft. 2025 wurden weniger Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen und chemische Erzeugnisse exportiert.“ Die Warenausfuhr sank 2025 real auf das Niveau von 2017.

Aus deutscher Sicht sind diese Verschiebungen dramatisch. China löste 2025 die USA als wichtigsten Handelspartner ab. Doch diese Entwicklung war sehr einseitig. Im Zeitraum von Januar bis September 2025 legten die deutschen Importe aus China um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Gleichzeitig ging die Ausfuhr in die Volksrepublik um 12,3 Prozent zurück.........

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