Das Burrito-Dilemma
Erschwinglichkeit in Amerika : Das Burrito-Dilemma
Ein angeblich 20 Dollar teurer Burrito bringt Amerikas Inflationsfrust auf den Punkt. Noch ist die Zahl Fake News. Aber Trumps Politik könnte dafür sorgen, dass sie bald stimmt.
Burritos sind flache, fest zusammengerollte Weizenmehlfladen, die mit Fleisch, Reis, Bohnen, Käse und Tomaten-Salsa gefüllt sind. Sie schmecken, wären aber nicht weiter der Rede wert, hätte nicht der Sprecher der prominenten konservativen Studentenorganisation Turning Point mit ihnen eine muntere Debatte ausgelöst. Es steckt eine Menge drin in dieser Teigtasche.
„Ein Burrito sollte nicht 20 Dollar kosten“, klagte ein Student gegenüber dem „Turning Point“-Funktionär. Dieser platzierte das schlichte Postulat mit der zustimmenden Kommentierung: „Es fühlt sich einfach so an, als ob die einfachsten Dinge zu teuer wären“ auf der Plattform X. Rund 3,5 Millionen Ansichten von überwiegend konservativen Konsumenten, wie man vermuten darf, und einige heftige Reaktionen von Politikgrößen erntete der Beitrag. Er trifft einen Nerv in Amerika.
F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen
In der Anmerkung, dass sich vieles teuer anfühlt, steckt die tiefere Wahrheit, dass Gefühle keine Fakten sind. Fakt ist nämlich, dass Burritos fast nie 20 Dollar kosten, sondern im Mittel 13,58 Dollar, wie der Gastronomie-Dienstleister Toasttab unter Zugriff auf echte Verkäufe ermittelt hat.........
