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Trump und Clinton haben das gleiche Interesse

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11.02.2026

Der Fall Epstein ist ein Sittengemälde über den Verfall der US-Elite. Und eines über Politik in der populistischen Ära: Jede Lüge ist erlaubt, nichts hat irgendwelche Folgen.

Die Erschütterungen des Skandals um Jeffrey Epstein haben nun mit voller Wucht Europa erreicht. Ging es jenseits des Atlantiks in den vergangenen Jahren hauptsächlich um den früheren Prinzen Andrew, gibt es nun erste personelle Konsequenzen in der europäischen Politik.

Wie kann es da sein, dass in Washington ein stellvertretender Justizminister, der zufällig auch der frühere Strafverteidiger Donald Trumps ist, verkünden kann, dass man mit den Ende Januar veröffentlichten Akten in der Causa die Zusage, Transparenz herzustellen, für erledigt halte und es zu keinen weiteren Anklagen komme? Und, wie sich bisher zeigt, auch zu keinerlei politischen Konsequenzen.

Obwohl etwa ein Minister des Präsidenten nachweislich der Aktenlage die Unwahrheit über die Dauer seines Kontakts zu dem Sexualstraftäter gesagt hat. Und obwohl es inzwischen noch klarere Anzeichen dafür gibt, dass Trump schon 2006 ein klares Bild hatte von Epsteins Machenschaften.

Die Fragen reichen aber tiefer: Warum gibt es unter Republikanern keine Debatte darüber, dass die veröffentlichten Akten auf wundersame Weise davon abgesehen über Trump kaum Neues hergeben? Und warum werden von Demokraten die Bilder Bill Clintons in Epsteins Whirlpool fast ausnahmslos als........

© Frankfurter Allgemeine