Der Fall Arday zeigt die Fallstricke der Diversitätspolitik
Nach Tod des Cambridge-Professors : Der Fall Arday zeigt die Fallstricke der Diversitätspolitik
Neue Erkenntnisse rund um Jason Ardays Berufung zum Professor in Cambridge offenbaren, wie sehr damals seine Identität im Mittelpunkt stand. Das war ein entscheidender Fehler – und ein symptomatischer.
Um es gleich vorweg zu sagen: Der Fall Arday ist so komplex, dass niemand ernsthaft einen einzelnen Schuldigen für den tragischen Tod des zurückgetretenen Cambridge-Professors wird ausmachen können. Da ist Jason Arday selbst, der seinen Aufstieg auf Lügen baute und diejenigen, die ihm auf die Schliche kamen, bei der Polizei anzeigte. Da ist die Universität Cambridge, die ihn auf einen Posten setzte, für den er nicht qualifiziert war, und Warnungen lange ignorierte. Und da sind Teile der britischen Medien, die Arday auch dann noch mit mehreren Artikeln pro Tag ins Kreuzfeuer nahmen, als dieser längst zurückgetreten war.
Über allen Verantwortlichkeiten schwebt jedoch die Frage, welche Rolle Ardays Identität als Schwarzer in der Angelegenheit spielte. Erst diese Frage macht aus der Geschichte eines Hochstaplers, dem Versagen einer Universität und der Kampagne einiger Zeitungen ein Thema, das eine gesamte Gesellschaft umtreibt, längst nicht mehr nur in Großbritannien. Und tatsächlich lässt sich an dem Fall exemplarisch ablesen, wie die Diversitätspolitik aufgestiegen ist, woran sie krankt und warum sie sich verändern sollte.
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Cambridge wollte unbedingt den Anteil von Schwarzen erhöhen
Es begann mit den Black-Lives-Matter-Protesten im Jahr 2020. Die angelsächsischen Eliteuniversitäten, wo fortschrittliche Studenten auf alte Traditionen treffen, waren von ihnen besonders betroffen. Statuen wurden gestürzt, Flaggen gehisst, Redner gecancelt und Petitionen unterzeichnet.
So auch an der Pädagogischen Fakultät in Cambridge, von der 152 Studenten und Alumni in einem offenen Brief eine veränderte Rekrutierungspraxis und eine größere Präsenz nichtweißer Wissenschaftler forderten. Zu jenem Zeitpunkt waren nur 0,4 Prozent der Professoren in Cambridge schwarz, im Vergleich zu vier Prozent der britischen Gesamtbevölkerung. Das, so bekundeten Universitätsvertreter bei jeder Gelegenheit, wolle man baldmöglichst ändern. Schon 2019 hatte Cambridge einen Aktionsplan beschlossen, um den Anteil nichtweißer Professoren zu erhöhen.
Wie die meisten universitären Stellen jener Tage wurde also auch........
