Zölle retten Europas Industrie nicht
China-Schock 2.0 : Zölle retten Europas Industrie nicht
Der China-Schock 2.0 trifft Deutschlands Industrie ins Herz. Brüssel und Berlin wollen sich stärker abschotten. Aber sind sie wirklich gewappnet für einen Handelskrieg?
Europa und vor allem Deutschland erleben einen China-Schock 2.0. Die Deindustrialisierung schleicht nicht mehr, sondern galoppiert. Maschinenbauer, Chemiekonzerne, Autohersteller – alle ächzen unter Chinas Konkurrenz und setzen doch immer stärker auf China. Selbst der teilstaatliche Volkswagen-Konzern will den Großteil der Welt künftig lieber mit Autos versorgen, die in China entwickelt und produziert wurden.
Da ist es nachvollziehbar, dass schärfere Schutzinstrumente immer lauter gefordert werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will etwa ein neues Plaza-Abkommen. Das führte 1985 zu einer Abwertung des Dollars und einer Aufwertung der D-Mark und des japanischen Yens. Merz will erreichen, dass der chinesische Renminbi aufwertet und so die durch Währungsschwäche und Subventionen gedopten chinesischen Ausfuhren teurer macht. Noch viel dringlicher mahnen Wissenschaftler aus Denkfabriken und Berliner Kommentatoren eine Abnabelung von China an. Sie befürchten zu Recht, die Deindustrialisierung gefährde die politische Stabilität – ähnlich wie der........
