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Melonis fehlgeleitete Einmischung

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11.04.2026

Europas Verteidigungsbranche : Melonis fehlgeleitete Einmischung

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat den erfolgreichen Leonardo-Chef Roberto Cingolani entlassen – einfach so. Doch gerade Italien bräuchte industrielle Stabilität angesichts geringer Verteidigungsausgaben.

Rüstungsfragen sind heute weniger denn je nationale Fragen. Wie ein Land mit der überlebenswichtigen Verteidigungsbranche umgeht, geht auch alle seine Partner an, vor allem in Europa. Denn Allianzen und Fusionen über die Grenzen hinweg sollten die europäische Zukunft sein. Dass sich die Mittelmächte noch viel Zerstückelung und Doppelung leisten, ist im Angesicht weltweiter Bedrohungen nichts als schädlicher Luxus.

Vor diesem Hintergrund muss es beunruhigen, wie die italienische Regierung mit ihrem führenden Rüstungskonzern Leonardo umspringt. Die Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat den erfolgreichen Vorstandsvorsitzenden Roberto Cingolani entlassen – einfach so.

Das muss man so beschreiben, denn es gibt keinen vernünftigen Grund, seinen Vertrag nach dreijähriger Tätigkeit auslaufen zu lassen. Das Unternehmen, das früher Finmeccanica hieß, ist unter dem 64-jährigen Manager zu einem ehrgeizigen Generalanbieter aufgestiegen. Cingolani hat den Konzern auf Expansionsmodus umgestellt. Auf einer........

© Frankfurter Allgemeine