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Südafrika: Wenn Laufen zum Sicherheitsrisiko wird

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23.09.2026

In Südafrika ist die Femizidrate extrem hoch, durchschnittlich werden sechs Frauen pro Tag getötet.

Frauen wie Sakane Mokoena und Nikitha Sihlobo kritisieren mangelnden Polizeischutz und fordern mehr staatliche Maßnahmen.

Trotz Angst und Unsicherheit nutzen Laufgruppen wie ReidLee das gemeinsame Laufen als Protest gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Femizidrate in Südafrika: 12,3 pro 100.000 Einwohnerinnen

Zwischen April und Juni 2026 wurden 569 Frauen getötet

Nur 22 % der Bevölkerung vertrauen der Polizei

Präsident Ramaphosa erklärte am 20.11.2025 Femizide zum Katastrophenfall

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Dieser Artikel behandelt Femizide. Der Inhalt kann belastend oder retraumatisierend wirken. Bitte lies nur weiter, wenn du dich emotional sicher fühlst.

Es ist noch dämmrig, als sich nach und nach eine Gruppe von Läufer:innen in Linbro Park im Nordosten von Johannesburg einfindet. Sie alle gehören zur ReidLee Community, einer Laufgruppe, die sich hier mehrmals pro Woche zum Trainieren trifft. Doch an diesem Samstag fehlt eine Läuferin in der Runde: Elizabeth „Tsontso” Moselakgomo. Die 38-Jährige war am 9. September wenige Kilometer von hier laufen gegangen – und nie wieder zu Hause angekommen. Ihr Leichnam wurde wenige Tage später neben der Autobahn in der Johannesburger Vorstadt Kempton Park gefunden.

Tsontsos Tod ist kein Einzelfall: Seit Mitte Juli wurden allein in der Metropolregion Ekurhuleni, in der auch Tsontsos Wohnort Kempton Park liegt, neun Frauen ermordet aufgefunden. Die Polizei ermittelt derzeit, ob zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht. Alle getöteten Frauen wurden halb nackt zurückgelassen und wiesen Misshandlungsspuren auf.

Um kurz vor sechs Uhr stößt Sakane Mokoena zur Gruppe, sie ist eine der Organisatorinnen und eine Freundin von Tsontso. Rund 30 Läufer:innen sind gekommen, um im Gedenken an sie zu laufen. Gemeinsam erinnern sie sich an ihr charismatisches Lächeln. Ihre Hilfsbereitschaft. Und daran, welch ambitionierte Läuferin sie war.

Sakane eröffnet das Treffen mit einem Gebet: „Wir beten für Tsontso und alle anderen Frauen, die Opfer von Gewaltverbrechen wurden. Und wir beten auch für unsere eigene Sicherheit und die aller anderen Frauen in Südafrika.”

Durchschnittlich sechs Femizide pro Tag

Südafrika ist eines der gefährlichsten Länder der Welt für Frauen. Mit einer Femizidrate........

© Wiener Zeitung