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„Ich war schon immer das Mädchen vom Zirkus“

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Gloria Schneller ist nach Jahren in der Schule zum Circus Pikard zurückgekehrt und arbeitet dort als Artistin.

Die sesshafte Zeit empfand Gloria Schneller als “katastrophal” und fühlte sich als Außenseiterin.

Ihr Alltag besteht aus Training, Auftritten und Mithilfe im Zirkusbetrieb; ihre Zukunft sieht sie weiterhin im Zirkus.

Circus Pikard wurde 1989 von Glorias Großeltern gegründet

Gloria Schneller ist 19 Jahre alt und Artistin beim Circus Pikard

Der Zirkus besteht aus 16 Artist:innen aus 8 Nationen

Jahresbesucher:innenzahl: rund 15.000

Gloria Schneller ist nach Jahren in der Schule zum Circus Pikard zurückgekehrt und arbeitet dort als Artistin.

Die sesshafte Zeit empfand Gloria Schneller als “katastrophal” und fühlte sich als Außenseiterin.

Ihr Alltag besteht aus Training, Auftritten und Mithilfe im Zirkusbetrieb; ihre Zukunft sieht sie weiterhin im Zirkus.

Circus Pikard wurde 1989 von Glorias Großeltern gegründet

Gloria Schneller ist 19 Jahre alt und Artistin beim Circus Pikard

Der Zirkus besteht aus 16 Artist:innen aus 8 Nationen

Jahresbesucher:innenzahl: rund 15.000

„Mein Opa wurde im Zirkuswagen geboren und mein kleiner Bruder auf der Autobahn“, sagt Gloria Schneller. Sie selbst sei zwar „ganz normal“ im Krankenhaus zur Welt gekommen, fügt sie fast schon beschämt hinzu, war aber von klein auf mit dem Zirkus unterwegs und hat sich vor Kurzem dazu entschieden, das auch ihr weiteres Leben lang zu tun. Nachdem die heute 19-Jährige einige Jahre lang sesshaft war, um eine höhere Schule abzuschließen, ist sie nun zum Zirkus ihrer Familie – dem niederösterreichischen Circus Pikard – zurückgekehrt. Und damit zur Manege vor dem roten Samtvorhang mit goldenen Quasten, in der sie schon als Dreijährige gestanden ist, und zu den seidenen Tüchern, an denen sie mit sieben ihre erste Akrobatiknummer in der Luft gezeigt hat.

Aber warum genau zieht Gloria ein Leben ständig auf Achse und auf nicht einmal zehn Quadratmetern Wohnfläche im Waggon dem gemütlichen Alltag in einer Wohnung vor? Ein Leben, das davon bestimmt ist, an den Wochenenden aufzutreten, anstatt mit Gleichaltrigen fortzugehen? Kann man so überhaupt Freundschaften pflegen? Und wie hat das mit der Schule funktioniert, als sie mit dem Zirkus von einer niederösterreichischen Stadt zur nächsten gezogen ist?

Um das herauszufinden, hat sich die WZ auf den Weg zu Gloria gemacht. Das rot-weiß-rote Zelt steht schon, als wir auf dem Festgelände in Horn ankommen, wo der Circus Pikard gerade gastiert. Um das Gelände herum wird aber noch gearbeitet: Männer in Arbeitskleidung waschen Planen und stellen Zäune auf. In der Ferne dröhnt der Motor eines Lkws.

Erster eigener Rückzugsort

Auch Gloria hat beim Aufbau mitgeholfen „Bei uns macht jeder alles“, sagt sie lachend, während sie uns zu ihrem Wohnwagen führt – ihr erster eigener Rückzugsort, den sie sich im Sommer des Vorjahres gebraucht gekauft und innen selbst hergerichtet hat. „Die Vorhänge hab‘ ich sofort rausgerissen und neu gemacht, und ich hab’ zum Beispiel auch die Sitze der Essecke neu überzogen: Ich klappe sie jeden Abend um, dann werden sie zum Bett“, erzählt sie.

Das Nähen hat sie in der Modeschule in Mödling gelernt. Das war jene Zeit, in der sie erstmals in ihrem Leben sesshaft war: im Haus ihrer Mutter Romana Schneller, die dort mit Glorias zwei Brüdern lebt und die früher auch als Artistin mit dem Circus Pikard unterwegs war.........

© Wiener Zeitung