Tradwives: Wenn Nachhaltigkeit misogyn wird
Vor einiger Zeit auf TikTok gesehen: ein Reel mit Videos von schönen Frauen in ländlicher Umgebung. Eine männliche Stimme sagt Dinge wie „Sourdough. Homestead. Eats Meat. Butter. Wants Kids. Jesus.“ – das sei für ihn die ideale Frau. Ich kann mich nicht mehr an das gesamte Reel erinnern, und ich habe es nicht gespeichert – doch gestern begegnete es mir wieder: in einer Studie der Uni Klagenfurt über Tradwives.
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Misogyn, „nachhaltig“ und viel Jesus
Wer nicht unter einem Stein lebt, wird von diesem Trend gehört haben, der schon wieder keiner mehr ist (doch dazu später): Tradwives sind das Gegenteil emanzipierter, selbstständiger Frauen. „Feministin“ ist für sie ein Schimpfwort. Sie wohnen am Land, bekommen viele Kinder, sind finanziell vom Ehemann abhängig und ihre einzige Form der Altersvorsorge ist: „Ich werde mich nicht scheiden lassen“. Vor allem leben sie ein Leben wie aus dem 19. Jahrhundert vor, inklusive Mehl selbst mahlen, Hühnerhaltung für die eigenen Eier, die gelegentliche Schlachtung eines Schweins sowie die Herstellung eigener Naturkosmetik und natürlich das Selbstnähen oder Stricken der Kleidung für die Kinderschar. Und das Ganze gewürzt mit sehr, sehr viel Jesus.
Die Hälfte dieser Praktiken könnte genauso gut in einem Nachhaltigkeitsratgeber und nicht nur im Playbook für Tradwives stehen. All diese Kleinigkeiten: Sauerteig selbst ziehen, Marmelade selbst einkochen, auf Fertigprodukte verzichten, Plastik vermeiden – diese Ästhetik findet man nicht nur bei den Tradwives, sondern auch bei Umweltschützer:innen. Vielen Frauen........
